Politik

49-Jähriger in HaftEmirate liefern mutmaßlichen Gangsterboss nach Irland aus

10.08.2026, 05:06 Uhr
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Kinahan wird schwer bewacht vom Gericht ins Gefängnis gefahren. (Foto: REUTERS)

Gestartet als Straßengang hat sich der Kinahan-Clan aus Dublin in den letzten Jahrzehnten zum weltweit operierenden Verbrechersyndikat entwickelt. Jetzt dürfte einer der Anführer vor Gericht landen.

Der mutmaßliche Anführer einer europaweit bedeutsamen kriminellen Organisation ist von Dubai nach Dublin ausgeflogen worden und in Untersuchungshaft gekommen. Der 49-jährige Ire erschien nach nach seiner Ankunft zunächst vor einem Sonderstrafgericht, britische Nachrichtenagentur PA. Der Vorwurf: Er soll zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2017 eine organisierte kriminelle Vereinigung geleitet haben. Der Anwalt des Beschuldigten wies die Vorwürfe, er sei ein Gangster-Boss, als falsch zurück.

Medien in Großbritannien überschlugen sich, als der Regierungsjet am Sonntag landete. Denn nicht irgendwer saß an Bord, sondern Daniel Kinahan. Der Mann steht laut Medien mutmaßlich an der Spitze der berüchtigten Kinahan-Clangruppe in Irland. Im Frühjahr war er bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen worden.

Drogenschmuggel, Geldwäsche, Waffenhandel

Die kriminelle Vereinigung soll schwere Straftaten im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität verübt haben. Die Gruppe wird unter anderem mit jahrzehntelangem Drogen- und Waffenschmuggel in Verbindung gebracht. Laut dem britischen Sender BBC soll es sich bei dem Beschuldigten um den Sohn des Gründers der Verbrecherorganisation handeln. 

Die Bande Kinahan Transnational Criminal Organization (KTCO) entstand in den späten 1990er Jahren in Dublin, zunächst als Straßengang, die vor allem im Drogenhandel mitmischte. Die Gruppierung verkaufte zunächst Kokain und Heroin aus Südamerika in Irland, dann in ganz Großbritannien und auch auf dem europäischen Festland. Hinzu kamen Geldwäsche und Waffenhandel. Auch diverse Morde sollen auf das Konto der Gruppe gehen, die inzwischen global agiert.

Schon vor Jahren war eine Millionensumme für Informationen zum Verbleib des mutmaßlichen Gangster-Bosses ausgesetzt worden. Er soll Spitznamen wie "Chess", "D" oder "Cuz" gehabt haben, wie aus Informationen, die das US-Außenministerium vor Jahren veröffentlicht hatte, hervorgeht.

Eine Fehde mit einer rivalisierenden Drogenbande in Dublin brachte den Clan weltweit in die Schlagzeilen. 2016 fielen Schüsse in einem Hotel in Dublin bei einer Veranstaltung für einen Boxkampf. Der Beschuldigte soll Ziel gewesen sein, er überlebte unverletzt. Seither wurden laut den Informationen 18 Menschen getötet. Laut PA soll der Beschuldigte am 5. Oktober erneut vor Gericht erscheinen.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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