Politik

"Russland verliert Energiekrieg" Von der Leyen kündigt drei Wasserstoff-Abkommen an

"Das ist die große Chance der Länder des globalen Südens", sagt von der Leyen.

(Foto: Virginia Mayo/AP/dpa)

Am Rande der UN-Klimakonferenz im ägyptischen Scharm el-Scheich kündigt EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen gegenüber ntv drei Abkommen für grünen Wasserstoff an. Es sei der Zeitpunkt, um in den globalen Süden zu investieren. Russland sieht sie in Zukunft auf dem absteigenden Ast.

Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hat am Rande der UN-Klimakonferenz in Scharm el-Scheich auf die großen Potenziale für erneuerbare Energien in südlichen Ländern hingewiesen und drei Abkommen angekündigt. "Das ist die große Chance der Länder des globalen Südens", sagte die CDU-Politikerin gegenüber ntv. "Denn die haben alles, was es braucht für erneuerbare Energien - Wind, Sonne, Wasserkraft im Übermaß. Und jetzt ist der Moment, wo wir gemeinsam mit den Ländern des globalen Südens investieren müssen in die Infrastruktur", so von der Leyen.

Die EU-Kommissionspräsidentin bezeichnete grünen Wasserstoff als die "Energie der Zukunft" und fügte hinzu: "Ich werde hier auf dieser COP27 drei Abkommen abschließen für grünen Wasserstoff, z.B. mit Namibia und mit Ägypten." Sie konkretisierte, dass dies im Rahmen des EU-Investitionsprogramms "Global Gateway" stattfinde, welches mit 300 Milliarden Euro ausgestattet sei.

Von der Leyen betonte gegenüber ntv zugleich, dass Russland für die derzeit hohen Energiekosten verantwortlich sei. "Es ist Russland, das uns 80 Prozent seiner Gaslieferungen gestrichen hat und damit auch den globalen Energiemarkt verengt hat und die Preise nach oben treibt", sagte sie.

"Entscheidende Phase" für Klimaschutz

"Russland wird diesen Energiekrieg verlieren", betonte von der Leyen weiter. "Vielleicht nicht heute, aber morgen. Denn Russland war bisher der größte Lieferant von Energie weltweit, die EU war der größte Kunde Russlands, und diese Zeiten sind für immer vorbei." Die Nachfrage richte sich nun vor allem in erneuerbare Energien, sagte die Politikerin und fügte hinzu: "Und vor allen Dingen in neue und verlässliche Partnerschaften mit dem globalen Süden."

Gefragt danach, ob das sogenannte 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen sei, sagte von der Leyen, dass dies weiterhin "machbar" sei, sich alle Länder aber "noch mehr anstrengen" müssten. Sie bezeichnete die aktuelle Zeit mit Blick auf Klimaschutz zudem als "ganz entscheidende Phase" und fügte hinzu: "Denn wir wollen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland loswerden, Gas, Kohle, Öl. Und jetzt ist es entscheidend, dass wir nicht wieder in Gas, Kohle und Öl von anderen Lieferanten gehen. Dann würden wir uns gewissermaßen einschließen in den schmutzigen Energien."

(Dieser Artikel wurde am Montag, 07. November 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mpe

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