Politik

Korruptionsskandal hat Folgen Erdogan entlässt hunderte Polizisten

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Seit 2003 ist Erdogan der Ministerpräsident der Türkei.

(Foto: REUTERS)

In der türkischen Polizei geht das Stühlerücken weiter: Ministerpräsident Erdogan schickt erneut hunderte Beamte in die Wüste, nachdem die Polizei einem Korruptionsskandal in seinem Umfeld auf die Spur gekommen ist.

Die türkische Regierung hat in der Nacht rund 350 Polizeibeamte aus dem Dienst entfernen lassen. Der Schritt ist offenbar eine Reaktion auf den die Türkei beschäftigenden Korruptionsskandal. 80 der betroffenen Polizisten sollen in Ankara in Führungspositionen der Abteilungen für Finanzkriminalität, für die Bekämpfung des Schmuggels und für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität beschäftigt gewesen sein, meldete die Nachrichtenagentur Dogan. 250 der betroffenen Posten seien bereits neu besetzt worden.

Die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sieht sich seit Mitte Dezember mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Im Zuge der Ermittlungen ließ die Justiz dutzende Verdächtige festnehmen, darunter ranghohe Politiker und Wirtschaftsführer aus dem Umfeld Erdogans. Auch gegen die Söhne von drei Ministern wurden Ermittlungen eingeleitet, woraufhin Erdogan im Zuge einer Kabinettsumbildung die Minister austauschte.

Erdogan sieht ausländische Verschwörung

Bei dem Skandal geht es unter anderem um die Bestechung von Politikern, um illegale Goldgeschäfte der staatlichen Halkbank mit dem Iran zu verdecken und Genehmigungen für Bauvorhaben zu erwirken. Hintergrund der Ermittlungen ist offenbar ein Machtkampf zwischen der regierenden AKP und der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen. Diese soll besonders in Justiz und Polizei über Einfluss verfügen.

Infolge der Ermittlungen entließ Erdogan bereits vorher hunderte ranghohe Polizisten. Er wirft ihnen vor, die Regierung nicht vorab über die Ermittlungen und Festnahmen informiert zu haben. Er bezeichnet den Skandal seit Anbeginn als ausländische Verschwörung, um seine Regierung zu schwächen. Am Wochenende warf er der Justiz vor, einen Putsch versucht zu haben. Präsident Abdullah Gül dagegen sicherte eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe zu.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP

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