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Nach Monaten der Ermittlung unter Leitung des FBI-Sonderermittlers Mueller liegen offenbar belastbare Beweise vor.
Nach Monaten der Ermittlung unter Leitung des FBI-Sonderermittlers Mueller liegen offenbar belastbare Beweise vor.(Foto: imago/Xinhua)
Samstag, 28. Oktober 2017

Einmischung in US-Wahlkampf: Erste Anklagen in Russland-Affäre genehmigt

Im Ermittlungsverfahren um Russlands etwaigen Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl kommt es Berichten zufolge zu ersten Anklagen. Die genauen Anschuldigungen und Namen der Angeklagten sind noch unklar, aber schon am Montag könnte es Festnahmen geben.

Im Zuge der Ermittlungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller zur Russland-Affäre hat eine Washingtoner Geschworenen-Jury einem Bericht zufolge die ersten Anklagen bewilligt. Der Sender CNN berief sich am Freitagabend (Ortszeit) auf Quellen, die von dem Fall unterrichtet sind. Auch das "Wall Street Journal" berichtet darüber.

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Laut CNN war die Anklageschrift versiegelt. Damit bleibt zunächst unklar, gegen wen Mueller strafrechtlich vorgehen will und was genau die Anschuldigungen gegen die Angeklagten sind. Diejenigen, gegen die Anklage erhoben worden sei, könnten jedoch bereits am Montag festgenommen werden.

Mueller ermittelt wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte des Wahlkampfteams von Donald Trump sowie wegen mutmaßlicher russischer Hackerangriffe zugunsten Trumps im vergangenen Jahr. Berichten zufolge interessiert sich der Sonderermittler auch für die Umstände, die zur Entlassung von Trumps erstem Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn sowie des früheren FBI-Chefs James Comey führten.

Trumps Umfeld im Fokus der Ermittler

Trump hatte Comey Anfang Mai entlassen und die Entlassung später selbst in Zusammenhang mit den Russland-Ermittlungen gebracht. Nach dem Rauswurf Comeys setzte das Justizministerium den früheren FBI-Chef Mueller als Sonderermittler ein. Mueller berief im Zuge seiner Ermittlungen auch eine Grand Jury. Das geheim tagende Geschworenengericht kann Beweismaterial sammeln, Zeugen unter Eid vernehmen und - wie nun laut CNN geschehen - Anklage erheben.

Wie der britische "Guardian" in Zusammenarbeit mit Reuters berichtet, sind unter den bisher gehörten Zeugen mehrere ehemalige und aktuelle hochrangige Mitarbeiter des Weißen Hauses, etwa der ehemalige Stabschef Reince Priebus und der zurückgetretene Pressesprecher Sean Spicer. Zudem sei im Juli das Haus von Trumps ehemaligem Wahlkampfmanager Paul Manafort vom FBI durchsucht worden. Dessen Immobiliengeschäfte und ehemalige Tätigkeit für eine pro-russische Partei in der Ukraine sollen von den Ermittlern untersucht worden sein.

Quelle: n-tv.de