Politik

Streit um TV-Duelle FDP verklagt ARD und ZDF

Die FDP macht in Sachen Fernsehduell offenbar ernst: Nach eigenen Angaben hat sie zwei Klagen gegen ARD und ZDF vorbereitet. Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten wollen eines der beiden TV-Gespräche von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) ausstrahlen. Ziel der Liberalen: Die Beteiligung ihres Parteichefs und Kanzlerkandidaten Guido Westerwelle an dem Duell am 8. September.

Es gehe um den Grundsatz der Gleichbehandlung politischer Parteien durch die öffentliche Gewalt, die in diesem Fall durch die öffentlich-rechtlichen Anstalten verkörpert werde.

Die FDP will ihre Klageschriften - Anträge auf Eilentscheidungen - am Mittwoch bei den Verwaltungsgerichten Köln und Mainz einreichen. An einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht sei derzeit nicht gedacht, hieß es.

ARD und ZDF bleiben hart

ARD und ZDF hatten zuvor wiederholt abgelehnt, Westerwelle zum Fernseh-Duell zwischen Schröder und Stoiber einzuladen. Die FDP hatte sogar ein Ultimatum für eine Einladung gesetzt. Der Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Brender, erklärte, die FDP finde im Programm so viel Beachtung, dass Chancengleichheit auch ohne eine Teilnahme Westerwelles an der Gesprächsrunde gegeben sei.

Sollte die FDP mit ihrer Klage erfolgreich sein, wären zumindest die öffentlich-rechtlichen Sender gezwungen, Westerwelle als offiziellen Kanzlerkandidaten seiner Partei an dem Duell am 8. September teilnehmen zu lassen.

Die beiden TV-Duelle sollen am 25. August von RTL und SAT.1 sowie am 8. September von ARD und ZDF übertragen werden.

Quelle: ntv.de