Politik

"Keiner von uns ist sicher"Festnahmen bei LGBTQ-Protest in Istanbul

15.09.2026, 20:42 Uhr
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Demonstranten mit Bannern und Fahnen vor dem Gerichtsgebäude Çağlayan in Istanbul. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Aktivisten versammeln sich in Istanbul, um gegen die Razzien und Festnahmen bei mehreren queeren Vereinen und LGBTQ-Bars zu demonstrieren. Die Polizei erklärt die Kundgebung daraufhin für "illegal" und nimmt zahlreiche Teilnehmende fest.

Bei einer LGBTQ-Kundgebung vor einem Gerichtsgebäude in Istanbul sind zahlreiche Personen festgenommen worden, darunter auch Journalisten und Anwälte. Wie die oppositionelle Zeitung "Cumhuriyet" berichtete, hatten sich Aktivistinnen und Aktivisten versammelt, um gegen jüngste Razzien und Festnahmen bei LGBTQ-Vereinen und queeren Veranstaltungsorten zu protestieren. Auch am Wochenende hatte es bei landesweiten Durchsuchungen Festnahmen gegeben.

In einer Erklärung, die die Protestierenden verlasen, betonten sie, dass die Identität als lesbisch, schwul oder transsexuell in der Türkei nicht verboten sei. Stattdessen werde gegen sie wegen vermeintlicher Vergehen gegen die Moral vorgegangen. Sie forderten die Freilassung der Festgenommenen sowie ein Ende des staatlichen Vorgehens gegen LGBTQ-Personen und ihre Organisationen. Den Protestierenden sei laut "Cumhuriyet" vor Ort mitgeteilt worden, dass eine Kundgebung untersagt sei.

Unter den Festgenommenen seien laut der oppositionellen Zeitung "Birgün" eine Rechtsanwältin vom Zentrum für Frauenrechte der Anwaltskammer Istanbul, sowie mindestens zwei Journalisten.

Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten. Die Türkei-Vertreterin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Emma Sinclair-Webb, schrieb auf X, die Festnahmen von Verfechtern der LGBTQ-Rechte würden die Entschlossenheit der türkischen Regierung zeigen, LGBTQ-Personen zu kriminalisieren, ohne neue Gesetze zu erlassen.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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