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Neues Dieselproblem in Stuttgart Feuer zerstört Abgas-Messstation

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(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Schwelbrand legt in Stuttgart die prominenteste Station zur Messung der Feinstaub- und Stickoxidbelastung lahm. Die Polizei geht von einem Brandanschlag aus. In dem für die Diesel-Fahrverbote erforderlichen Messnetz klafft eine Lücke. Der Sachschaden ist enorm.

Unbekannte haben in Stuttgart die Messstation für Luftverschmutzung am Neckartor angezündet. Wie die Polizei mitteilte, legten die Täter offenbar am Wochenende direkt an dem Gehäuse ein Feuer.

Der Brand blieb über mehrere Stunden hinweg unentdeckt, richtete aber einen erheblichen Sachschaden an. Das Landesamt für Umwelt Baden-Württemberg bezifferte die entstandenen Kosten in einer ersten Schätzung auf rund 200.000 Euro. Die Messstation ist vorläufig nicht mehr betriebsfähig. Die Täter flüchteten unerkannt. Die Ermittlungen dauern an.

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Die Messstelle - ein unauffälliger grauer Container von den Abmessungen eines größeren Schlafzimmerschranks - steht im Zentrum eines Streits zwischen Dieselfahrern und Umweltschützern, weil hier regelmäßig eine der bundesweit höchsten Konzentrationen von Stickoxid gemessen wird. Die Messergebnisse des mit verschiedenen Sensoren bestückten Containers am Straßenrand dienen als Grundlage für das seit Jahresbeginn gültige Dieselfahrverbot in Stuttgart.

Die für die Messungen zuständige Landesanstalt für Umwelt betreibt im Stadtgebiet drei weitere Stationen. Regelmäßig treffen sich in Stuttgart Dieselbefürworter in gelben Westen, um gegen dieses Verbot zu demonstrieren.

Systemausfall am Samstagabend

Der Verdacht einer mutwilligen Beschädigung liegt nahe. Hinweise auf eine technische Ursache des Feuers liegen nicht vor. Wie das Umweltamt mitteilte, stellte die Messnetzzentrale am Samstagabend fest, dass die Messstelle am Neckartor plötzlich keine Daten mehr übermittelte. Zuletzt lag der Stickoxid-Wert dort im einstündigen Schnitt noch bei 117 Mikrogramm je Kubikmeter Atemluft. Der europaweit gültige Grenzwert für den Jahresdurchschnitt der Messungen liegt bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter.

Am Sonntagmittag entdeckten Mitarbeiter bei einer Überprüfung vor Ort ein Loch in der Wand der Station, wie eine Sprecherin erklärte. Daraufhin verständigte das Amt umgehend die Polizei. Im Inneren glimmte zu diesem Zeitpunkt noch ein Schwelbrand.

"Politisch gewollte Fahrverbote"

Dieselbefürworter begrüßten den mutmaßlichen Brandanschlag. "Jetzt könnte ja ein besserer Standort in Erwägung gezogen werden, der nicht zu politisch gewollten Fahrverboten führt", schrieb der Betreiber einer Anti-Fahrverbotsgruppe auf Facebook. Konkrete Auswirkungen auf das Fahrverbot hat der Ausfall der Station Neckartor zunächst nicht.

Bis wann die Abgasmessungen an der viel befahrenen Verkehrsachse wieder aufgenommen werden kann, ist noch unklar. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, zeitnah Ersatz zu schaffen", erklärte die Präsidentin der Landesanstalt für Umwelt, Eva Bell. Sie verwies auf die Berichtspflicht des Landes Baden-Württemberg gegenüber den zuständigen EU-Stellen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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