Politik

Slowakei fordert mehr DiplomatieFico: Ukraine-Krieg "weder unser Krieg noch ein Krieg der Nato"

20.09.2026, 02:57 Uhr
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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico (r.) bei einem früheren Treffen im September 2025. (Foto: picture alliance/dpa/TASR)

Ein verkürzt verbreitetes Zitat zur drohenden Eskalation des Ukraine-Krieges bringt Robert Fico in Erklärungsnot. Statt zurückzurudern, legt der slowakische Regierungschef nach. Auf die westliche Bündnistreue sei "wenig Verlass".

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat seine Forderung bekräftigt, die Nato dürfe sich nicht in einen Krieg gegen Russland hineinziehen lassen. Obwohl Russland mit seinem Angriff "eine Verletzung des Völkerrechts" begangen habe, sei der Krieg in der Ukraine "weder unser Krieg noch ein Krieg der Nato", sagte der Linkspopulist in einer Videoansprache. Schon jetzt habe der Krieg Millionen Tote und enorme Zerstörungen verursacht. Statt eine weitere Eskalation zu riskieren, müsse ein Ausweg auf dem Verhandlungsweg gesucht werden, mahnte Fico.

Der slowakische Ministerpräsident hatte bereits am Donnerstag davor gewarnt, dass das Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation "so hoch wie nie" sei: "Es genügt, dass eine Drohne absichtlich oder unabsichtlich ein Wohnhaus in einem Nato-Staat trifft und Zivilisten tötet" - und schon könne ein Bündnisfall eintreten, der auch das Nato-Mitglied Slowakei betreffe, so die Befürchtung des Linkspopulisten.

Deshalb sei es "die Pflicht von uns Politikern, wieder öfter von Frieden zu reden" und rechtzeitig nach einem Ausweg zu suchen. Er als Regierungschef wolle alles dafür tun, dass die Slowakei niemals "wegen irgendeines Artikels 5 in einen militärischen Konflikt hineingezogen" werde.

In Social-Media-Foren wurde aber statt seiner Warnung vor einer Eskalation nur diese Randbemerkung als Video-Auszug verbreitet und so interpretiert, dass er "die Verteidigung von Nato-Verbündeten" im Kriegsfall verweigere. Slowakische Oppositionspolitiker warfen ihm daraufhin vor, die Nato-Beistandspflicht infrage zu stellen. Darauf reagierte Fico wiederum mit dem trotzigen Hinweis, dass auf die Bündnistreue des Westens selbst wenig Verlass sei. 1938 hätten die Westmächte die Tschechoslowakei "wie ein gebratenes Huhn" Adolf Hitler zum Fraß vorgeworfen, behauptete Fico.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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