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Weitere Zuspitzung erwartet Flüchtlinge: Athen meldet Rekordandrang

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Afghanische Flüchtlinge erreichen die griechische Insel Lesbos.

(Foto: REUTERS)

Innerhalb nur einer Woche erreichen 50.000 Menschen Slowenien. Und der Andrang reißt nicht ab: Auch Griechenland meldet Rekordzahlen. Zudem löst der Kampf um Aleppo eine neue Fluchtbewegung aus.

Der Ansturm von Flüchtlingen auf Europa nimmt trotz hektischer Gegenmaßnahmen mehrerer Regierungen immer größere Ausmaße an. In Griechenland seien allein in fünf Tagen 48.000 Menschen angekommen, so viele wie nie zuvor, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit.

Die Türkei erwartet wegen der von Russland unterstützten Offensive syrischer Regierungstruppen Zehntausende weitere Flüchtlinge. Die EU-Staaten setzten derweil verstärkt auf Abschottung: Slowenien erwägt, einen Grenzzaun zu errichten, um den Zustrom von Flüchtlingen aus Kroatien einzudämmen. In Deutschland tritt das verschärfte Asyl-Gesetzespaket, das schnellere Abschiebungen ermöglicht, in zentralen Teilen bereits am Samstag in Kraft. Zugleich wurde Österreichs Innenministerin mit der Forderung zitiert, dass an einer "Festung Europa" gearbeitet werden müsse.

Die Hoffnungen der EU-Regierungen ruhen nun auf einem Sondertreffen der von der Balkanroute besonders betroffenen europäischen Länder am Sonntag in Brüssel. Dort soll es nach Angaben der EU-Kommission darum gehen, die Kooperation zwischen den EU-Mitgliedsstaaten zu verbessern. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass es keine nationalen Lösungen gibt und die Länder die Probleme nicht an ihre Nachbarstaaten weiterreichen können", sagte der Chefsprecher der Brüsseler Behörde.

Zehntausende flüchten aus Aleppo

Nachdem Ungarn seine grünen Grenzen zu Serbien und Kroatien mit  einem Zaun geschlossen hat, verläuft die sogenannte Balkanroute über Kroatien und Slowenien. Von Samstag bis Freitagnachmittag kamen nach Behördenangaben 50.400 Flüchtlinge in das nur zwei Millionen Einwohner zählende Slowenien. Allein am Freitagmorgen durchbrachen nach Angaben eines Reuters-Kameramanns etwa 3000 Menschen den Grenzzaun bei Sentilj, um nach Österreich zu gelangen.

Eine der Hauptursachen für die Flüchtlingskrise ist der Bürgerkrieg in Syrien. Nach Einschätzung von Amin Awad, Nahost-Direktor beim UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, verschärft das militärische Eingreifen Russlands die Lage in Syrien. Seit Beginn der Bombardierungen und der Kämpfe um die frühere Handelsmetropole Aleppo seien etwa 30.000 Menschen vertrieben worden.

Der Vizepräsident des Türkischen Roten Halbmonds, Kerem Kinik, sprach sogar von 80.000 Flüchtlingen aus der Region. "Wir bereiten unsere Teams auf eine neue Welle vor." In der Türkei haben bereits über zwei Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Nachbarland Zuflucht gesucht.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/AFP

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