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Brutaler Terror in Straßburg Frankreich fahndet nach Chérif C.

Ein Geständnis im Taxi bringt die Ermittler auf die Spur: Bei dem Attentäter von Straßburg handelt es sich um den 29-jährigen Franzosen Chérif C., wie die Behörden offiziell bestätigen. Der Attentäter soll "Allahu Akbar" gerufen haben. Die Suche nach ihm dauert an.

Die französische Justiz stuft die tödlichen Schüsse auf Passanten in der Innenstadt von Straßburg offiziell als Terroranschlag ein: Es gebe klare Hinweise auf eine islamistisch motivierte Tat, teilte Frankreichs Chefermittler Rémi Heitz bei einer Pressekonferenz in Straßburg mit. Der Angreifer habe Augenzeugen zufolge während der Tat "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen.

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Kurzfristig anberaumte Pressekonferenz in Straßburg: Der Chef der Anti-Terrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft, Rémi Heitz, spricht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der gesuchte Terrorverdächtige ist 29 Jahre alt und stammt aus Straßburg, bestätigte Heitz. Der Mann heiße Chérif C. und soll sich in Haft radikalisiert haben. Der Attentäter hatte am Vorabend mitten in der weihnachtlich geschmückten Innenstadt Passanten angegriffen. Der Täter habe eine Handfeuerwaffe und ein Messer mitgeführt, berichtete Heitz.

"Auf seinem Weg hat er mehrfach das Feuer mit einer Handfeuerwaffe eröffnet und ein Messer benutzt, mit dem er getötet und schwer verletzt hat", sagte der Pariser Anti-Terror-Staatsanwalt. Anschließend flüchtete der Täter, lieferte sich aber noch zwei Schusswechsel mit Sicherheitskräften, darunter auch mit einer Patrouille des französischen Militärs.

Die Suche nach dem Täter dauert an. Zwei Menschen kamen nach Angaben des Chefermittlers bei dem Anschlag ums Leben. Eine weitere Person sei hirntot. Zwölf Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen sehr schwer. Zuvor war von drei Todesopfern und 13 Verletzten die Rede gewesen.

Angesichts des Zielorts, der Vorgehensweise des Täters und der Zeugenaussagen habe die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen, sagte Heitz. Noch in der Nacht nahmen die Ermittler demnach vier Personen aus dem Umfeld des 29-Jährigen in Gewahrsam. Sie gelten offenbar als mögliche Mitwisser des Täters.

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Spezialeinheiten durchkämmen derzeit noch Wohnungen, in der sich der Gesuchte aufhalten könnte. Die Identifizierung des Attentäters stützt sich Heitz' Angaben zufolge vor allem auf die Aussagen eines Taxifahrers, der den Attentäter nach den Schüssen in der Straßburger Innenstadt aus dem Zentrum in den Stadtteil Neudorf fuhr. Er habe eine Schusswaffe gesehen, berichtete der Taxifahrer bei seiner Vernehmung.

Geständnis im Taxi

Als bislang wichtigster Augenzeuge konnte der Taxifahrer auch bestätigen, dass der Tatverdächtige am Arm verletzt ist. Sein Fahrgast habe ihm gestanden, hieß es, dass er sich ein Feuergefecht mit dem Militär geliefert habe und dass er zuvor mehrere Menschen erschossen habe.

Während der Fahrt habe der Mann ihm zudem erzählt, dass seine Wohnung durchsucht worden sei. "Damit war klar, dass es hier eine Verbindung gibt", fasste Heitz den Kenntnisstand der Ermittler zusammen. Die Angaben der Zeugen stimmten mit der Personenbeschreibung von Chérif C. überein. In der Wohnung des mutmaßlichen Täters stellten die Behörden eine geladene Waffe, Munition und mehrere Stichwaffen, darunter zwei Jagdmesser, sicher.

Großfahndung auch in Deutschland

Weitere Einzelheiten zum Tathergang und den möglichen Hintergründen wollte Staatsanwalt Heitz vorerst nicht mitteilen. Die Suche nach dem Attentäter dauert an. Auf deutscher Seite sind daran auch Beamte der Bundespolizei und Anti-Terror-Ermittler beteiligt. Konkret geht es dabei um eine Fahndung nach dem Tatverdächtigen Chérif C. und dessen Bruder Sami. Das bestätigte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Koblenz.

Seit dem frühen Morgen werde deshalb auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz im 30-Kilometer-Bereich an der Grenze zu Frankreich verstärkt kontrolliert. Autofahrer müssten sich auf mögliche Verzögerungen durch Fahrzeugkontrollen einstellen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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