Politik

Subfirmen in Fukushima Geprellte Arbeiter verklagen Tepco

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Die Arbeit im zerstörten Atomkraftwerk von Fukushima ist lebensgefährlich. Die Betreiber lassen die Arbeiter über Subunternehmen einstellen.

(Foto: dpa)

Die Arbeiter an der Atomruine im japanischen Fukushima sind doppelt angeschmiert: Ihre Arbeit ist lebensgefährlich, doch nicht einmal die Bezahlung stimmt. Offenbar hat auch die japanische Mafia die Hände im Spiel.

Wegen Unterschlagung ihrer Gefahrenzulagen ziehen erstmals Arbeiter der japanischen Atomruine Fukushima gegen die Verantwortlichen vor Gericht. Die vier Kläger, von denen zwei derzeit weiter in der Atomanlage im Auftrag eines Subunternehmers beschäftigt sind, fordern rund 90 Millionen Yen (rund 657.000 Euro). Das berichtet die Zeitung "Fukushima Minyu". Die Betroffenen wollen nach Angaben ihres Anwaltes mit der Klage auf die Ausbeutung von Arbeitern und ihre harten Arbeitsbedingungen in der Atomruine aufmerksam machen.

Trotz der lebensgefährlichen Verstrahlung des Kraftwerkgeländes sind täglich Arbeiterkolonnen im Einsatz, um unter anderem Trümmer zu räumen und die beschädigten Reaktoren mit Wasser zu kühlen. Beschäftigt sind sie bei Subunternehmen. Auch die Kläger im Alter zwischen 34 und 65 Jahren sind oder waren seit Mai 2011 im Auftrag eines Subunternehmers auf dem Gelände im Einsatz, um Trümmer um den Reaktorblock 3 herum zu beseitigen und Tanks mit hochgradig verseuchtem Kühlwasser zu bewachen.

Sie seien mündlich über Gefahrenzulagen informiert worden, berichtete ein Anwalt der Arbeiter. Doch nur einer von ihnen habe eine kleine Summe erhalten, den drei anderen sei das Geld komplett unterschlagen worden. Der Betreiberkonzern Tepco sei verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Subunternehmen die Gefahrenzulagen vollständig an die Arbeiter auszahlten, so der Anwalt Tsuguo Hirota. Dieser Pflicht sei Tepco nicht nachgekommen.

Die Arbeiter würden von den Subunternehmen regelrecht ausgebeutet, sagte der Anwalt. Bei der Rekrutierung hat nach Schilderung von Betroffenen auch die Yakuza, Japans Mafia, ihre Finger mit im Spiel. Ein Sprecher von Tepco in Tokio wollte sich zu der anstehenden Klage nicht näher äußern, da man über den Inhalt noch nicht schriftlich informiert sei. Es ist das erste Mal, dass Arbeiter, die noch in der Atomruine im Einsatz sind, gegen Tepco vor Gericht ziehen.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa