Politik

Kehrtwende bei AfD Gauland kann sich CDU als Partner vorstellen

Bisher sieht AfD-Chef Gauland seine Partei gut in der Oppositionsrolle aufgehoben. Jetzt sagt er zum ersten Mal, dass er sich ein Regierungsbündnis vorstellen kann. Führende Unionspolitiker lehnen das strikt ab - nur aus einem Bundesland kommen andere Töne.

Der AfD-Chef Alexander Gauland kann sich unter Umständen eine Koalition mit der CDU vorstellen. "Ich glaube nicht daran, dass die AfD 50 Prozent bei Wahlen erreichen kann. Deswegen brauchen wir einen Koalitionspartner", sagte Gauland der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Mit den Grünen, der Linkspartei und der SPD sei eine Koalition nicht möglich, gegenüber einem Bündnis mit der FDP sei er skeptisch. "Deswegen bleibt nur eine ins Vernünftige gewendete CDU als Partner." Bisher hatte Gauland, der auch die Bundestagsfraktion führt, stets vor einer zu raschen Regierungsbeteiligung seiner Partei gewarnt.

Kanzlerin Angela Merkel und andere führende Unionspolitiker lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD strikt ab. Für Unruhe in der Union sorgt aber der neue Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen, Christian Hartmann, der eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl 2019 nicht ausgeschlossen hat.

Gauland erklärte, er rechne damit, dass es nach den Landtagswahlen nächstes Jahr in drei ostdeutschen Bundesländern Koalitionen aus CDU, SPD, den Grünen und auch der Linken geben werde, um eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern. "Aber das wird auf Dauer nicht so bleiben."

Wenn die CDU wieder konservativer werde, dann wäre das "ein vernünftiges Teilergebnis" des Wirkens der AfD. "Eine solche Entwicklung würde ich begrüßen", sagte der 77-Jährige, der fast 40 Jahre lang der CDU angehört hatte. Im kommenden Jahr werden in Brandenburg, Sachsen und Thüringen neue Landtage gewählt.

Quelle: ntv.de, hul/dpa