Politik

Regierung verurteilt Äußerungen Gauland will SPD-Politikerin "entsorgen"

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Gemeinsam mit Alice Weidel geht Alexander Gauland als Spitzenkandidat in die kommende Bundestagswahl.

(Foto: imago/Reiner Zensen)

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland sieht in Aussagen der Integrationsbeauftragten Aydan Özoguz einen Angriff auf die deutsche Kultur und kontert auf seine Weise. Im Ton vergreift sich Gauland allerdings gehörig, was ihm eine Menge Kritik einbringt.

Die Bundesregierung hat die Äußerungen des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland gegenüber der Integrationsbeauftragten Aydan Özoguz scharf verurteilt. Gauland hatte bei einer Wahlkampfrede verkündet, dass man Özoguz auch in der Türkei "entsorgen" könne.

Özoguz hatte dem "Tagesspiegel" bereits im Mai gesagt: "Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar." Auf einer Veranstaltung in Thüringen kommentierte dies Gauland: "Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können."

Für seine Aussagen erntete Gauland Kritik von allen Seiten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, er wolle sich nicht angewöhnen, Wahlkampfäußerungen der AfD zu kommentieren. "In diesem Fall will ich nur sagen: Frau Özoguz stammt aus Hamburg, insofern disqualifizieren sich diese Äußerungen von selbst."

Auch Außenminister Sigmar Gabriel warnte Gauland vor weiteren Aussagen dieser Art. "Derartige Äußerungen wecken überall auf der Welt die schlimmsten Erinnerungen an unser Land." Die Worte des AfD-Vizevorsitzenden ließen jeden Anstand und Respekt vor Andersdenkenden vermissen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte: "Die Äußerung von Herrn Gauland ist schlicht eins: rassistisch."

Gauland kann sich nicht erinnern

Das Publikum auf der AfD-Wahlkampfveranstaltung habe die Worte Gaulands mit Applaus und vereinzelten Jubelrufen quittiert, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Auch aus den eigenen Reihen gab es für die Worte des 76-Jährigen eher Zuspruch als Distanzierung. AfD-Politikerin Alice Weidel sagte vor ausländischen Journalisten in Berlin, dass Gauland in der "Sache an sich recht habe". Es entstehe "tatsächlich der Eindruck, dass Frau Özoguz in der Türkei besser aufgehoben wäre als in Deutschland". Über die Wortwahl könne man sich "sehr wohl streiten", gab Weidel zu.

Gauland selbst könne sich nicht mehr daran erinnern, den Begriff "entsorgen" tatsächlich verwendet zu haben, sagte er dem "Tagesspiegel". Ein Mitarbeiter Gaulands bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, der Satz sei so gefallen, "und da steht er auch zu".

Quelle: n-tv.de, mba/AFP/dpa

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