Politik

Entkernung des Südflügels Geißler verschiebt Besichtigung

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Nicht alle Stuttgart 21-Gegner erhoffen sich von der Schlichtung etwas.

(Foto: dpa)

Gegner und Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21 werden erst am Mittwoch den Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofes besichtigen. Schlichter Heiner Geißler habe darum gebeten, den Begehungstermin um einen Tag zu verschieben, sagte der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, Gangolf Stocker. Ursprünglich wollten sich Projektgegner und Vertreter der Bahn heute am Südflügel treffen.

Die Kritiker vermuten, dass der Gebäudetrakt weiter entkernt wird. Damit verstieße die Bahn aus ihrer Sicht gegen die während der Schlichtung vereinbarte Friedenspflicht. Auch Geißler wolle an der Begehung teilnehmen, sagte Stocker. Außerdem seien zwei Sachverständige für die Gegnerseite dabei.

Wieder Sitzblockade

Rund 80 Menschen blockierten die Einfahrt zum Bautor am Südflügel des Stuttgarter Bahnhofs. Die sogenannten Parkschützer wollen die umstrittenen Bauarbeiten am Grundwassermanagement für Stuttgart 21 behindern. Sie befürchten, dass das Wassermanagement zu unkontrollierbaren geologischen Veränderungen und zur Verunreinigung der Mineralwasservorkommen im Stuttgarter Talkessel führt. Auch bestehe die Gefahr, dass die Bäume im Schlossgarten absterben. Zudem werde die Stadt durch eine 17 Kilometer lange oberirdische Wasserleitung verschandelt.

Die Grundwasserregulierung ist aus Sicht der Bahn eine Voraussetzung für den Fortgang der Bauarbeiten, insbesondere für den Aushub des Trogs für den unterirdischen Bahnhof. Gemäß der während der Schlichtung zu Stuttgart 21 vereinbarten Friedenspflicht sind Bauarbeiten am Grundwassermanagement weitgehend ausgeschlossen.

Andere Projektgegner, die im Gegensatz zu den Parkschützern an der Schlichtung teilnehmen, haben sich mittlerweile mit dem Fortgang weiterer Erdarbeiten arrangiert. Diese müssten aber bis kurz vor der nächsten Schlichtungsrunde am kommenden Donnerstag abgeschlossen sein.

Quelle: n-tv.de