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US-Botschafter stellt Forderung Grenell entlockt Junger Union Beifall

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Grenell wiederholt in Kiel Forderungen Trumps, verbindet dies jedoch mit einem klaren Bekenntnis zur deutsch-amerikanischen Freundschaft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei seinem Amtsantritt eckte US-Botschafter Grenell mächtig an, so undiplomatisch trat Trumps Gesandter auf. Beim Deutschlandtag der Jungen Union erntet er dagegen Applaus für eine von Trumps drängendsten Forderungen.

US-Botschafter Richard Grenell hat der EU vorgeworfen, die Handelsgespräche mit den USA nicht mit Nachdruck zu betreiben. "Wir brauchen mehr Anstrengungen von Brüssel", sagte Grenell auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Kiel. Es sei offensichtlich, dass die transatlantischen Verhandlungen derzeit keine Priorität für die EU hätten, dies müsse sich aber ändern.

Auch bemängelte er erneut den deutschen und europäischen Handelsüberschuss. Hier einen Ausgleich hinzubekommen, sei wichtig, um gemeinsam der aggressiven Handelspolitik Chinas entgegenzutreten. Zudem kritisierte er, dass Deutschland sein Gas vor allem aus Russland beziehe. Bei allen Differenzen betonte er wiederholt: "Das Band zwischen Deutschland und den USA kann nicht zerrissen werden."

Grenell verteidigte die US-Strafzölle etwa im Stahl- und Aluminium-Bereich. In allen Verhandlungen gebe es Phasen, wo man zeitweise Druck aufbauen müsse. Es sei aber das klare Ziel der USA, die Zölle mit Europa nach Möglichkeit ganz abzuschaffen. Zugleich lobte er die Rolle Deutschlands und den Einzug des Landes in den UN-Sicherheitsrat Anfang 2019. "Wir hoffen, dass Deutschland eine größere Rolle in der Weltpolitik spielt", sagte der US-Botschafter. Wenn die Bundesrepublik involviert sei, finde man schneller internationale Lösungen. Deshalb müsse die Bundesregierung nun mehr internationale Verantwortung übernehmen.

Applaus von den Delegierten

In diesem Zusammenhang mahnte Grenell erneut, dass Deutschland die Nato-Selbstverpflichtung einhalten müsse, zwei Prozent der eigenen Wirtschaftsleistung für Verteidigung auszugeben. Das Zwei-Prozent-Ziel sei nötig, um eine gemeinsame Verteidigungslinie der demokratischen Staaten gegen die weltweiten Herausforderungen etwa mit Russland oder China zu erreichen.

Diese Aufforderung machten die USA auch deswegen, um das transatlantische Bündnis zu stärken. Zudem kritisierte Grenell wieder das Atomabkommen mit dem Iran, jenem Staat, der Terroristen finanziere. "Wir bitten nicht Russland oder China, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, wir bitten unsere europäischen Partner", sagte Grenell und erhielt Applaus bei der Jungen Union.

Er wies den Vorwurf zurück, die US-Regierung wolle keine multilaterale Zusammenarbeit. Es gehe US-Präsident Donald Trump aber sehr wohl um eine Reform der bestehenden Institutionen wie der Nato oder der UN. 

Quelle: n-tv.de, vpe/rts/dpa

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