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Ungleiche Verteilung von Ärzten GroKo-Kommission soll Honorare prüfen

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An einem Privatpatienten verdient ein Arzt etwa zweieinhalb bis dreimal so viel wie an einem gesetzlich Versicherten.

(Foto: dpa)

Zu wenige Ärzte lassen sich in Regionen mit wenigen Privatpatienten nieder. Auf eine einheitliche Bürgerversicherung also Lösung, wie sie die SPD wollte, lassen sich die Unionsparteien bei den GroKo-Verhandlungen nicht ein. Stattdessen soll es eine Kommission geben.

Union und SPD wollen eine Kommission für eine mögliche Angleichung der Arzthonorare für gesetzlich und privat Versicherte einrichten. Die Kommission soll eine gemeinsame Honorarordnung für die gesetzliche und die private Krankenversicherung (GKV und PKV) vorbereiten, hieß es aus Verhandlungskreisen. Ob der von der SPD geforderte Schritt auch realisiert werde, hänge auch von der Machbarkeit ab.

Die SPD wollte unter anderem mit einer Angleichung der Honorare ein Ende der "Zwei-Klassen-Medizin" in Deutschland einleiten. Trotz der Kommission bleibt unklar, ob es tatsächlich zu gleichen Arzthonoraren kommt. Die SPD verspricht sich von einer Honorarangleichung, dass Privatpatienten beim Arzt nicht mehr bevorzugt werden und sich Ärzte nicht länger vorzugsweise in Regionen mit vielen Privatpatienten niederlassen.

Derzeit löst ein Arzt mit vergleichbarer Leistung bei einem Privatversicherten das Zweieinhalb- bis Dreifache des Honorars im Vergleich zu einem gesetzlich Versicherten aus. Eine komplette Angleichung ohne Abstriche für die Ärzte würde nach Warnungen von Experten aber Mehrkosten für die gesetzlichen Kassen verursachen. Die Rede ist von dadurch nötigen Beitragsanhebungen von 0,4 bis 0,6 Prozentpunkten.

Da die Beiträge künftig wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt werden sollen, könnte eine Umsetzung beider Vorhaben dennoch für die Arbeitnehmer insgesamt zu einer Entlastung führen. Für PKV und GKV bestehen zwei unterschiedliche Honorarsysteme. Beide sind in Teilen veraltet.

Quelle: n-tv.de, rpe/dpa

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