Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Grüne im Bund vorne, in Bayern aber nicht

Bundesweit liegt die Union nach wie vor hinter den Grünen. Vergleicht man jedoch Nordrhein-Westfalen und Bayern, die beiden einwohnerstärksten Bundesländer, so zeigen sich deutliche Unterschiede.

Im Trendbarometer von RTL und ntv gibt es aktuell kaum Bewegung. Gegenüber der Vorwoche verlieren die Grünen einen Prozentpunkt, die sonstigen kleineren Parteien können um einen Prozentpunkt zulegen. Für alle anderen Parteien ändert sich nichts. Damit bleiben die Grünen stärkste politische Kraft und liegen noch zwei Punkte vor den Unionsparteien sowie elf Prozentpunkte vor der SPD.

Bei einer Bundestagswahl könnten die Parteien derzeit mit folgendem Ergebnis rechnen: Grüne 26 Prozent (Bundestagswahl 2017: 8,9 Prozent), CDU/CSU 24 Prozent (32,9), SPD 15 Prozent (20,5), FDP 11 Prozent (10,7), AfD 10 Prozent (12,6), Linke 6 Prozent (9,2). 8 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen entspricht mit 24 Prozent dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8).

711 Abgeordnete würden in den neuen Bundestag einziehen - für die Grünen wäre das ein Zuwachs von 133 Mandaten, für die FDP ein Plus von 5 Mandaten. Die übrigen Parteien würden Mandate verlieren. Die Sitzverteilung gemäß den aktuellen Wahlabsichten: Grüne 200, Union 188, SPD 115, FDP 85, AfD 77 und Linke 46.

Union und SPD würden im neuen Parlament ihre Mehrheit verlieren; sie kämen zusammen nur noch auf 303 Abgeordnete. Regieren könnten Grün-Schwarz (zusammen 388 Mandate), eine Ampel-Koalition aus Grünen, SPD und FDP (400 Mandate), ein grün-rot-rotes Linksbündnis (361 Mandate) sowie eine Koalition aus Union, SPD und FDP (388 Mandate).

CSU in Bayern stärker als die Grünen, Grüne in NRW vor der CDU

In Nordrhein-Westfalen, dem Heimatland von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet, könnte die CDU wie auf Bundesebene mit 24 Prozent rechnen, 8,6 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl 2017. Die CSU käme in Bayern auf 32 Prozent, ein Minus von 6,8 Prozentpunkten.

Zum Vergleich: Bei einer Landtagswahl würde die CDU in NRW mit 25 Prozent kaum besser abschneiden als bei einer Bundestagswahl. Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 hatte die CDU noch 33 Prozent geholt. Wenn in Bayern jetzt Landtagswahl wäre, könnte die CSU mit 38 Prozent rechnen, sechs Prozentpunkte mehr als bei einer Bundestagswahl. Bei der Landtagswahl 2018 hatte die CSU 37,2 Prozent geholt, damals das schlechteste Ergebnis der CSU seit 1950.

In NRW würde die CDU sowohl bei einer Bundes- als auch bei einer Landtagswahl hinter den Grünen landen. In Bayern würde die CSU stärkste politische Kraft bleiben - bei einer Bundestagswahl mit einem Vorsprung von 6 Prozentpunkten, bei einer Landtagswahl mit einem Vorsprung von 16 Prozentpunkten vor den Grünen.

  • Die Wahlabsichten in Bayern bei einer Bundestagswahl: CSU 32 Prozent, Grüne 26 Prozent, AfD 10 Prozent, SPD 9 Prozent, FDP 9 Prozent, Linke 4 Prozent, Freie Wähler 4.
  • Die Wahlabsichten in Bayern bei einer Landtagswahl: CSU 38, Grüne 22, AfD 9 Prozent, Freie Wähler 9, SPD 7, FDP 6, Linke 3.
  • Die Wahlabsichten in NRW bei einer Bundestagswahl: Grüne 28 Prozent, CDU 24 Prozent, SPD 18 Prozent, FDP 11 Prozent, AfD 8 Prozent, Linke 4 Prozent.
  • Die Wahlabsichten in NRW bei einer Landtagswahl: Grüne 26 Prozent, CDU 25 Prozent, SPD 19 Prozent, FDP 12 Prozent, AfD 7 Prozent, Linke 4 Prozent.

Deutlich mehr Rückhalt für Söder als für Laschet

Vier Wochen nach der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur von CDU und CSU ist das Kräftemessen zwischen Armin Laschet und Markus Söder immer noch nicht vorüber. Dabei kann sich der CSU-Chef auf starken Rückhalt in seinem Heimatland stützen, während die Arbeit des CDU-Vorsitzenden in Nordrhein-Westfalen mehrheitlich negativ bewertet wird. 69 Prozent der Bayern sind mit der Arbeit ihres Ministerpräsidenten zufrieden, 30 Prozent sind unzufrieden. 63 Prozent der NRW-Bürger sind mit der Arbeit ihres Ministerpräsidenten unzufrieden, nur 31 Prozent sind zufrieden.

In NRW wird die Arbeit der Landesregierung mit 35 Prozent Zustimmung etwas positiver bewertet als die des Regierungschefs, in Bayern ist die Zustimmung zur Landesregierung mit 64 Prozent fünf Prozentpunkte schlechter als die zum Ministerpräsidenten.

Baerbock vor Laschet und Scholz

Und wen würden die Deutschen zur Kanzlerin oder zum Kanzler wählen, wenn eine solche Direktwahl möglich wäre? Am stärksten würde derzeit nach wie vor Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock abschneiden: 30 Prozent würde sich für sie entscheiden, ein Prozentpunkt weniger als in der Woche zuvor.

Ihre Gegenkandidaten gewinnen beide jeweils einen Prozentpunkt: Unions-Kanzlerkandidat Laschet kommt auf 18, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz auf 13 Prozent. 39 Prozent würden keinem der drei ihre Stimme geben. Tatsächlich wird der Kanzler oder die Kanzlerin vom Deutschen Bundestag gewählt.

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 11. bis zum 17. Mai 2021 erhoben. Datenbasis: 2001 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte. Die Daten zur politischen Stimmung in Bayern und Nordrhein-Westfalen wurden vom 10. bis 17. Mai 2021 erhoben. Datenbasis: 1016 Wahlberechtigte in Bayern und 1058 Wahlberechtigte in NRW. Statistische Fehlertoleranz: +/-3 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, hvo

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