Politik

"Bitte Kreuz bei der SPD machen" Grüne rufen zu Anti-Maaßen-Wahl auf

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Kein Fan des Genderns: Hans-Georg Maaßen bringt sogar seine eigenen Parteifreunde auf die Palme.

(Foto: picture alliance / Fotostand)

Maaßen fungiert derzeit wieder als beliebteste Reizfigur der Republik. Damit der Ex-Verfassungsschutzchef keinesfalls seinen Wahlkreis in Südthüringen gewinnt, ruft Grünen-Geschäftsführer Kellner die eigenen Anhänger dazu auf, dort den SPD-Kandidaten zu wählen.

Im Streit um den CDU-Bundestagskandidaten für Südthüringen, Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen, rufen die Grünen ihre Anhänger dazu auf, in seinem Wahlkreis für den SPD-Kontrahenten Frank Ullrich zu stimmen. "Ein Votum für ihn schützt die Demokratie und verhindert, dass eine nach rechtsaußen offene Stimme in den Bundestag einzieht", sagte der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Kellner, der gebürtig selber aus Thüringen stammt, verwies darauf, dass Ullrich "die besten Chancen" habe, in den Bundestag einzuziehen. Es müsse das gemeinsame Anliegen aller überzeugten "Demokratinnen und Demokraten" bleiben, "unsere Demokratie" zu verteidigen, betonte Kellner. Das sei keine parteipolitische Frage.

Maaßen ist wegen rechtspopulistischer Äußerungen auch in der eigenen Partei umstritten. Erst am Dienstagabend hatte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien im ZDF indirekt dazu aufgerufen, in Maaßens Wahlkreis für SPD-Bewerber Ullrich zu stimmen. Maaßen fordert deswegen die Abberufung Priens aus dem "Zukunftsteam" von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet.

SPD fordert Klarstellung von Laschet

Thüringens Innenminister und SPD-Landesvorsitzender Georg Maier forderte Laschet auf, sich in dem Konflikt mit Prien klar gegen Maaßen zu positionieren. "In Maaßens Aggressivität gegenüber Frau Prien kommt seine Nervosität zum Ausdruck", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Und wenn Maaßen fordert, dass Laschet sie rausschmeißt, dann muss sich Herr Laschet entscheiden, zu wem er steht - zu Prien oder zu Maaßen. So etwas kann man nicht einfach laufen lassen." In dem südthüringischen Wahlkreis habe Maaßen die CDU ebenfalls "tief gespalten", sagte der SPD-Politiker. Dort wollten viele potenzielle CDU-Wähler entweder zu Hause bleiben oder den SPD-Kandidaten wählen. "Maaßen hat nur noch Zulauf aus der AfD-Ecke."

Forderungen an Grüne und Linke, die eigenen Kandidaten zugunsten Ullrichs zurückzuziehen oder eine Wahlempfehlung für diesen abzugeben, wollte sich Maier nicht anschließen. "Das müssen Grüne und Linke für sich entscheiden", sagte er. "Es steht mir nicht zu, hier Forderungen aufzumachen."

Quelle: ntv.de, mau

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