Politik

Union und Söder in Umfragen vorn Grüne sind fast im ganzen Land auf Platz zwei

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Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock und ihr Co-Chef Robert Habeck machen keinen Hehl aus ihren Regierungsambitionen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der jüngste Corona-Zoff hat dem RTL/ntv-Trendbarometer zufolge nur wenig Auswirkungen auf die Parteipräferenzen. CDU und CSU sind weiter die alles dominierenden Parteien. Die Zustimmungswerte in Stadt und Land sowie Ost und West untermauern die neue Stärke der Grünen.

Die Differenzen zwischen den verschiedenen Bundesländern und der Bundesregierung bei den Corona-Maßnahmen haben sich nicht unmittelbar auf die Umfragewerte der Parteien ausgewirkt. Einzig die FDP legt dem neuen RTL/ntv-Trendbarometer zufolge einen Prozentpunkt zu und gewinnt mit nunmehr sechs Prozent etwas Distanz zur existenziellen Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke hingegen sackt um einen Prozentpunkt auf sieben Prozent ab.

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An der Union führt derweil weiter kaum ein Weg bei der Regierungsbildung vorbei. Mit erneut 36 Prozent liegen CDU und CSU deutlich vor den zweitplatzierten Grünen mit 20 Prozent. Die wiederum stehen stabil vor der SPD, die bei einem für die Sozialdemokraten nicht zufriedenstellenden Wert von 15 Prozent stagniert. Spitzenreiter der drei kleinen Parteien bleibt die AfD mit 9 Prozent, dahinter folgen Linkspartei und die Liberalen.

Schwarz-Grün als Westkoalition

In dieser Woche bezifferte das Umfrageinstitut Forsa zudem die Zustimmungswerte nach Stadt und Land sowie Ost und West auf. Ein Blick auf diese Zahlen zeigt: Union und Grüne sind vor allem deshalb in den bundesweiten Umfragen so stark, weil sie in fast allen Regionen auf Platz eins beziehungsweise Platz zwei liegen. Die SPD hingegen leidet unter schwacher Zustimmung im Osten und der starken Zustimmung für die Grünen in den westdeutschen Städten. Letzteres hatte sich auch zuletzt überraschend deutlich bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen gezeigt.

So liegt die Union im Westen vor allem auf dem Land, in Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohner und Gemeinden zwischen 5000 bis unter 20.000 Einwohnern bei 43 beziehungsweise 42 Prozent. Im Osten liegt die CDU ebenfalls in allen Gemeinden unter 100.000 vorn, das aber mit nur knapp über 30 Prozent. Zweitstärkste Kraft auf dem Land ist in den ostdeutschen Ländern die AfD, der dort jeder fünfte Befragte zuneigt.

Der Osten wählt extremer

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Die Grünen sind hingegen in der östlichen Fläche schwach und dafür umso stärker im Westen und insbesondere in den westdeutschen Metropolen, also dort wo anteilig besonders viele Wahlberechtigte leben. Einzig in den ostdeutschen Gemeinden unter 500.000 Einwohner sind die Grünen nicht zweitstärkste Kraft.

In westdeutschen Großstädten ab 500.000 Einwohner erzielen die Grünen mit 24 Prozent Zustimmung ihren stärksten Wert, die Union mit 30 Prozent ihren schwächsten. Dort hat es auch die AfD mit fünf Prozent so schwer wie nirgend sonst.

Eine nach den Umfragen und der politischen Gesamtlage am wahrscheinlichsten erscheinende Regierungskoalition aus Union und Grünen würde mithin in erster Linie die Wähler der alten Bundesländer repräsentieren. Auffällig ist, dass die sogenannten Parteien der Mitte - CDU/CSU, FDP, Grüne und SPD - im Westen auf 80 Prozent Zustimmung kommen, im Osten dagegen auf nur 59 Prozent. Dort sind die Parteien am Rand des politischen Spektrums, AfD und Linke, deutlich stärker. Die politischen Unterschiede bleiben im 30. Jahr der Wiedervereinigung evident.

Quelle: ntv.de, shu