Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Grüne verlieren, SPD legt zu

Erstmals seit März liegen die Grünen im Trendbarometer unter 20 Prozent, die SPD legt einen Punkt zu und kommt auf 15 Prozent. Gegen die Union kann weiterhin keine Regierung gebildet werden.

Die Grünen fallen im RTL/ntv-Trendbarometer zum ersten Mal seit März wieder unter die 20-Prozent-Marke und erreichen jetzt 19 Prozent. Gegenüber der Vorwoche verlieren Grüne und FDP jeweils einen Prozentpunkt, SPD und AfD können jeweils einen Punkt zulegen. Die Union bleibt bei 30 Prozent und ist damit weiterhin stärkste politische Kraft.

Bei einer Bundestagswahl könnten die Parteien momentan mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 30 Prozent (Bundestagswahl 2017: 32,9 Prozent), Grüne 19 Prozent (8,9), SPD 15 Prozent (20,5), FDP 11 Prozent (10,7), AfD 10 Prozent (12,6), Linke 7 Prozent (9,2). 8 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 22 Prozent etwas unter dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8).

Der Bundestag hätte durch Überhang- und Ausgleichsmandate bei einer aktuellen Wahl 42 Abgeordnete mehr als 2017 und käme auf 751 Sitze. Die Mandatsverteilung: Union 247, Grüne 155, SPD 122, FDP 89, AfD 81 und Linke 57 Abgeordnete.

Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament könnten die Grünen derzeit nicht das Kanzleramt beanspruchen. Regierungsfähig wären nur zwei Bündnisse unter Führung der CDU/CSU: Schwarz-Grün mit zusammen 402 Mandaten und die "Deutschland-Koalition" aus Union, SPD und FDP mit zusammen 458 Mandaten.

Bewegung bis September ist möglich

Aber was sagt eine Umfrage im Frühsommer über das Wahlergebnis im September aus? Vor vier Jahren, Ende Juni 2017, schnitten Union und SPD bei Umfragen besser ab als derzeit. Die Union kam damals auf 39 Prozent, neun Prozentpunkte mehr als momentan. Die SPD erreichte 22 Prozent, sieben Prozentpunkte mehr als aktuell. Außer der Linken schnitten alle übrigen Parteien bei der Umfrage vor vier Jahren schlechter ab als heute.

Bis zur Wahl im September 2017 gab es nach der Sommer-Umfrage in jenem Jahr noch viel Bewegung. Das Wahlergebnis der CDU/CSU war 6,1 Prozentpunkte schlechter als das Umfrageergebnis im Juni, die SPD schnitt 1,5 Prozentpunkte schlechter ab. Die übrigen im Bundestag vertretenen Parteien konnten zulegen: die Grünen plus 0,9 Prozentpunkte, die FDP plus 2,7 Prozentpunkte, die Linke plus 0,2 Prozentpunkte und die AfD plus 4,6 Prozentpunkte.

Scholz legt in der Kanzlerfrage zu

Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin wird in Deutschland bekanntlich vom Bundestag gewählt. Aber gäbe es eine Direktwahl fürs Kanzleramt, würden sich derzeit, wie in der Vorwoche, 25 Prozent für Unionskanzlerkandidat Armin Laschet entscheiden. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock verliert zwei Prozentpunkte und kommt auf 19 Prozent, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz legt um zwei Punkte zu und käme jetzt auf 16 Prozent. 40 Prozent würden nach wie vor keinem der drei ihre Stimme geben.

Deutsche sehen Corona-Gefahr entspannter

Corona wird von den meisten Deutschen nach wie vor als weitaus größtes Problem eingestuft, die Bedeutung der Pandemie schrumpft allerdings. Im März 2021 sahen 72 Prozent der Befragten Corona als größtes Problem an, Ende Juni waren es noch 52 Prozent. Zurückgegangen ist im selben Zeitraum auch die Sorge um die durch die Pandemie verursachte ökonomische Lage, von 28 auf 23 Prozent. Die Bedeutung von Klima- und Umweltschutz wird von den Menschen wieder etwas stärker bewertet. Im März hatten 15 Prozent dieses Thema als großes Problem angesehen, jetzt sind es 22 Prozent.

Viele Deutsche sehen außerdem als drängendes Problem an: Bildung 13 Prozent (plus 1 Prozentpunkt gegenüber dem März), soziale Ungerechtigkeit 13 Prozent (plus 4), Rechtsextremismus 9 Prozent (plus 5), Asylpolitik 7 Prozent (plus 2) und Gesundheitsversorgung 6 Prozent (plus 2). 34 Prozent der Befragten sind wie im März unzufrieden mit Parteien und Politikern.

Für 39 Prozent der Grünen-Anhänger sind Klima- und Umweltschutz das größte Problem - bei den AfD-Anhängern sind es nur 6 Prozent. Für 40 Prozent der AfD-Anhänger sind Ausländer und die Asylpolitik das größte Problem - dieser Einschätzung können sich nur zwischen 4 und 7 Prozent der Anhänger aller anderen Parteien anschließen.

Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 29. Juni bis 5. Juli 2021 erhoben. Datenbasis: 2505 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, hvo

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