Politik

Besuch in Butscha und Borodjanka Guterres: Russland soll helfen, Kriegsverbrechen aufzuklären

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UN-Generalsekretär Guterres fordert Russland auf, mit dem Internationalen Strafgerichtshof bei der Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen zusammenzuarbeiten.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

UN-Generalsekretär Guterres besucht mit Butscha und Borodjanka zwei massiv zerstörte ukrainische Ortschaften. Er fordert Russland dabei auf, bei der Aufklärung möglicher Kriegsverbrechen mitzuarbeiten. Am Nachmittag trifft er den ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

Als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine hat UN-Generalsekretär António Guterres die Vororte von Kiew besucht, in denen russische Streitkräfte nach ukrainischen Angaben Gräueltaten an Zivilisten begangen haben sollen. In Butscha forderte Guterres Moskau auf, mit dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) bei der Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen zusammenzuarbeiten.

"Ich unterstütze den IStGH voll und ganz", sagte Guterres bei seinem Besuch in Butscha. Er appelliere "an die Russische Föderation, die Zusammenarbeit mit dem IStGH zu akzeptieren". Vor Butscha war Guterres in die Stadt Borodjanka gefahren. "Der Krieg ist eine Absurdität im 21. Jahrhundert", sagte er in dem Vorort von Kiew, wo wie in Butscha und Irpin russische Truppen nach ukrainischen Angaben Zivilisten getötet haben sollen. Es war der erste Besuch des UN-Generalsekretärs in der Ukraine seit Beginn des Krieges am 24. Februar.

"Ich stelle mir meine Familie in einem dieser Häuser vor, die jetzt zerstört sind", sagte Guterres in Borodjanka. "Ich sehe meine Enkelinnen in Panik herumlaufen." Es gebe "keine Möglichkeit, dass ein Krieg im 21. Jahrhundert akzeptabel ist".

Guterres verlangt Waffenruhe von Putin

Am Nachmittag ist ein Treffen von Guterres mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Außenminister Dmytro Kuleba geplant. Am Dienstag war der UN-Generalsekretär in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie Außenminister Sergej Lawrow zusammengetroffen. Dabei hatte er eine rasche Waffenruhe in der Ukraine gefordert und an die Regierungen in Moskau und Kiew appelliert, gemeinsam mit der UNO an der Öffnung sicherer Fluchtkorridore für Zivilisten zu arbeiten.

In der eingekesselten südlichen Hafenstadt Mariupol hoffen die Menschen weiter auf die Möglichkeit zur Flucht. Sie sei "hoffnungsvoll", was eine Evakuierung angehe, schrieb die UN-Vertreterin Osnat Lubrani auf Twitter. Die UN-Helfer seien "bereit, um Leben zu retten und Bedürftigen zu helfen".

In der umkämpften Ostukraine konnten die ukrainischen Streitkräfte nach Angaben aus Kiew eine Reihe von Dörfern im Donbass zurückerobern. Allerdings räumte der ukrainische Verteidigungsminister Oleksiy Reznikov ein, dass dem Land "extrem schwierige Wochen" bevorstünden.

Quelle: ntv.de, Dmytro Gorshikov, AFP

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