Politik

Corona-Demo "zu gefährlich" Hayali und Steitz brechen Drehs ab

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"Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen als Presse", sagt Dunja Hayali.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Lügenpresse" und "Schämt euch" schallt es Dunja Hayali und ntv-Reporterin Doro Steitz entgegen, als sie über die Berliner Demonstration gegen Corona-Maßnahmen berichten. Die Stimmung ist aufgeheizt und bedrohlich. Beide Journalistinnen müssen schließlich aus Furcht um die eigene Sicherheit abbrechen.

Auf der Demonstration gegen die Corona-Auflagen der Bundesregierung sind die ZDF-Journalistin Dunja Hayali und ntv-Reporterin Doro Steitz derart heftig angegangen worden, dass sie ihre Dreharbeiten beenden mussten. Beide Journalistinnen wurde "Lügenpresse" und "Schämt euch" zugerufen. "Ich habe die Stimmung als extrem bedrohlich und aufgeheizt empfunden", sagte Steitz ntv.de. Sowohl Steitz als auch Hayali waren in Begleitung von Security-Männern unterwegs.

Auf Aufnahmen von der Demo ist Steitz kurz vor einer TV-Schalte zu sehen, die sie schließlich nicht machen kann, weil sie in der "Lügenpresse" skandierenden Menge kaum mehr zu verstehen ist. Auch in einem rund 37 Minuten langen Video, das Hayali auf Instagram postete, ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer sie und ihr Team einzuschüchtern versuchen.

In dem Clip ist auch zu hören, wie ein Mann, der von Hayali als ein Mitarbeiter ihres Security-Teams angesprochen wird, den Drehabbruch empfiehlt. "Das sagt jetzt der Sicherheitsmann, wir sind ja nicht ohne Security hier: Abbruch des Drehs, zu gefährlich", erklärte die Journalistin. Ebenso erging es Steitz. "Gegen 17 Uhr ist die Situation eskaliert, als die Demo aufgelöst werden sollte", so die Reporterin. "Da hat unser Security-Mann gesagt, dass er nicht mehr für meine Sicherheit garantieren kann."

*Datenschutz

Steitz betonte, dass es auch Begegnungen mit Demoteilnehmern gab, die nicht aggressiv waren. "Ich habe auch mit einer Frau gesprochen, die sagte, sie wolle einfach nicht, dass ihre Kinder mit Masken aufwachsen", so Steitz. Auch Hayali, die auf der Demo eine Maske trug, kam mit einzelnen Teilnehmern der Veranstaltung ins Gespräch. Dennoch entschieden sich beide Journalistinnen schließlich zum Abbruch.

Hayali selbst berichtet am Ende des Videos von Beleidigungen und Bedrohungen, ohne konkrete Beispiele zu nennen. "Es ist eine gefährliche Melange, die sich hier auf der Straße zusammenfindet", resümierte sie. Und ergänzte: "Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen als Presse." Steitz wurde beim Verlassen der Demo "Schäm dich für dein Gesicht" zugerufen. "Wir sind halt ein Feindbild für sie", sagte Steitz. "Aber ich möchte einfach nicht beleidigt werden dafür, dass ich einfach nur meine Arbeit mache."

In Berlin hatten am Samstag rund 20.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Da bereits während der Demonstration die Hygiene-Regeln nicht eingehalten wurden, stellte die Polizei Strafanzeige gegen den Leiter der Versammlung. Der erklärte den Demonstrationszug am Nachmittag für beendet. Weil auch auf der anschließenden Kundgebung viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten, noch Masken trugen, begann die Polizei am frühen Abend, die Versammlung aufzulösen.

Quelle: ntv.de, fzö/jug/dpa