Gedenken an D-DayHegseth: "Frieden nur durch Stärke auf beiden Seiten des Atlantiks"

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth fordert einen stärkeren Schulterschluss der Verbündeten. Beim Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie verlangt er von den Europäern einen entschlosseneren Einsatz für die Freiheit.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die westlichen Verbündeten zu größerer Unterstützung der USA bei der Verteidigung von Frieden und Freiheit aufgerufen. "Frieden lässt sich nur durch Stärke sichern - durch Stärke auf beiden Seiten des Atlantiks, gestützt durch Einsatzbereitschaft, gemeinsame militärische Fähigkeiten und einen unerschütterlichen politischen Willen", sagte Hegseth auf dem US-Friedhof in Collville-sur-Mer beim Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie vor 82 Jahren.
"Unsere Welt ist sicherer und wohlhabender, wenn die Vereinigten Staaten von Amerika und unsere Verbündeten stark und frei sind und unsere westliche Tradition der Freiheit entschlossen verteidigen", sagte Hegseth. "Amerika wird die Führung übernehmen, und das müssen wir auch. Aber fähige Verbündete müssen in entscheidenden Momenten an unserer Seite stehen."
Hegseth: Freiheit nicht umsonst
In den Jahren seit der Landung in der Normandie sei ein Großteil des Westens bequem geworden. "Wir haben vergessen, dass Freiheit nicht umsonst ist. Wir haben vergessen, dass Frieden nicht durch bloße Wünsche entsteht. Er wird mit Entschlossenheit, Ehre und Stärke erkämpft", sagte der US-Minister. Die Männer, die an den Stränden der Normandie gelandet seien, hätten das gewusst.
"Starke Verbündete, die sich alle voll und ganz dafür einsetzen, ihren Teil beizutragen, gewinnen Kriege." Die in der Normandie begrabenen Männer hätten in einem Kriegsbündnis gekämpft, in dem jeder Partner sein volles Maß an Tatkraft, Mut und Opferbereitschaft eingebracht habe. "Keine leeren Parolen, keine pompösen Gipfeltreffen, keine Kommuniqués", meinte Hegseth. Bei dem Gedenken auf dem Militärfriedhof begleitete ihn seine französische Amtskollegin Catherine Vautrin.
Seine Teilnahme an einer internationalen Gedenkfeier am Samstagnachmittag hatte der Pentagon-Chef kurzfristig abgesagt. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu würdigte bei dieser die "3000 Männer, kaum 20 Jahre alt", die am Tag der Landung der Alliierten gestorben seien und "die Kraft ihrer Jugend und ihr Leben" geopfert hätten. Zugleich betonte er die "Widerstandskraft" Großbritanniens während des Krieges und "das amerikanische Volk, dieses große Volk, Freund der Freiheit". An der Gedenkfeier nahmen auch Veteranen aus den USA und der britische Verteidigungsminister John Healey teil.
Offenbar vor dem Hintergrund der Aufrufe der USA an Europa, mehr für die eigene Verteidigung zu tun, rief Lecornu dazu auf, die "Herausforderung unserer Generation" anzunehmen - "unsere Autonomie, unsere Fähigkeit, uns selbst zu verteidigen", auszubauen, um sich den "Bedrohungen" zu stellen, "die näherkommen, stärker und mehr werden".
Der Militärattaché der deutschen Botschaft in Frankreich, Markus Reinhardt, bezeichnete den 6. Juni als "Tag der Dankbarkeit" gegenüber den Soldaten der Alliierten unterschiedlicher Sprache und Herkunft, die es ermöglicht hätten, dass der europäische Kontinent seine Freiheit zurückerlangte.
Die Landung in der Normandie, an der knapp 7000 Schiffe und gut 132.000 Soldaten aus Großbritannien, Kanada, den USA, Belgien, Norwegen und Polen beteiligt waren, eröffnete im Westen eine zweite Front gegen die Wehrmacht. Der sogenannte D-Day trug entscheidend zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg bei.