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RTL/n-tv-Trendbarometer Hessen strafen CDU trotz guter Noten ab

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Nur zwei Prozent der CDU-Abwanderer haben wegen ihrer Unzufriedenheit mit Volker Bouffier eine andere Partei gewählt.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Hessen kehren die Wähler der CDU scharenweise den Rücken - und das, obwohl mehr als die Hälfte von ihnen zufrieden ist mit der Arbeit der Landesregierung. Auch die Bundespolitik spielt für wenige CDU-Abwanderer eine Rolle. Die Gründe liegen woanders.

Obwohl die Landtagswahl in Hessen als Stimmungstest für Berlin gilt, hat sich die Mehrheit der Wähler (59 Prozent) eigenen Angaben zufolge bei der Wahlentscheidung vor allem vom Zustand der Landesverbände beeinflussen lassen. Laut RTL/n-tv-Trendbarometer spielte die Bundespolitik nur für zwölf Prozent der hessischen Wähler eine übergeordnete Rolle. Etwas mehr als jeder Vierte gab demnach an, sowohl bundes- als auch landespolitische Aspekte berücksichtigt zu haben. Vor allem für die CDU- und SPD-Wähler war die Landespolitik laut Umfrage entscheidender. AfD-Wähler blickten dagegen eher auf die Bundesebene.

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Die Ergebnisse der ersten Prognosen spiegeln zudem nicht die Zufriedenheit der Hessen mit den Regierungsparteien wider: Anders als in Bayern, wo sich nur 43 Prozent der Befragten zufrieden mit der Arbeit der Landesregierung äußerten, zieht die Mehrheit der Wähler in Hessen (55 Prozent) eine positive Bilanz zu Schwarz-Grün. Immerhin 28 Prozent von ihnen wünschen sich eine Weiterführung der Koalition aus CDU und Grünen. Ministerpräsident Volker Bouffier von der CDU hat nach Ansicht jedes zweiten Befragten in den vergangenen viereinhalb Jahren eine gute Arbeit gemacht.

Der Absturz der Christdemokraten um mehr als zehn Prozentpunkte auf nur noch 28 Prozent ist vor diesem Hintergrund nur schwer zu erklären - jedenfalls dann, wenn man (den Angaben der Wähler folgend) die Bundespolitik ausklammert. Auch die Zahl der CDU-Abwanderer, die der Partei ihre Stimme wegen der Unzufriedenheit mit Ministerpräsident Bouffier verwehrt haben, geht gegen null. Mehr als jeder Vierte gab an, sich wegen Versäumnissen der Landesregierung auf bestimmten Politikfeldern (etwa der Wohnungs- und Schulpolitik oder dem Umgang mit dem Diesel-Skandal) für eine andere Partei entschieden zu haben.

CDU verliert Wähler an die Grünen

Genereller Unmut aufgrund der Art und Weise, wie derzeit Politik gemacht wird, war für 27 Prozent der Abwanderer das Motiv, die CDU abzuwählen. Nur wenige von ihnen machten laut Umfrage bei einer anderen Partei ihr Kreuz, weil sie mit der Arbeit von Kanzlerin Angela Merkel und der Großen Koalition unzufrieden sind (acht Prozent). Immerhin 13 Prozent gaben jedoch an, der CDU den Rücken gekehrt zu haben, weil sie eine andere Partei favorisieren - darunter vor allem die Grünen.

Nach ihrer Meinung über Merkel befragt, gab fast die Hälfte aller hessischen Wähler (48 Prozent) an, sie fänden es angesichts der krisenbehafteten weltpolitischen Lage gut, dass Merkel Kanzlerin ist. Das gilt vor allem für Wähler der CDU und der Grünen. Immerhin 40 Prozent der Befragten wünschen sich aber jemand anderen an der Spitze der Bundesregierung - darunter neben AfD- auch viele Wähler der SPD (50 Prozent) und der Linken (55 Prozent).

Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa in den Tagen vor der Wahl und am Wahltag selbst 2.635 wahlberechtigte Hessen befragt.

Quelle: n-tv.de, jug

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