Politik

Ausschreitungen dauern an Hongkonger Polizei nimmt Deutsche fest

RTX7901Q.jpg

Die Straße vor der polytechnischen Universität in Hongkong ist mit Steinen übersät.

(Foto: REUTERS)

Seit Monaten bringen Massenproteste das alltägliche Leben in Hongkong zum Stillstand. Nun geraten offenbar auch zwei deutsche Studenten zwischen die Fronten von Demonstranten und Polizei. Das Auswärtige Amt schaltet sich ein.

In der von Protesten erschütterten Metropole Hongkong sind zwei Deutsche festgenommen worden. Die beiden würden vom deutschen Generalkonsulat betreut, hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Nähere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf Aktivisten in Hongkong, es handle sich bei den beiden um Austauschstudenten der Lingnan-Universität. An der Hochschule habe es zuletzt Ausschreitungen geben.

In Hongkong blockierten den fünften Tag in Folge Tausende Anhänger der Demokratiebewegung Straßen und besetzten Gelände von Universitäten. Am Dienstag war es an Hochschulen zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Vor allem an der Chinesischen Universität feuerte die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen auf Demonstranten, die Barrikaden errichtet hatten. Demonstranten schleuderten Steine auf Polizisten. Aus Angst vor Angriffen flohen aus Festlandchina stammende Studenten aus Hongkong.

"Es tut mir leid, zu hören, dass die deutschen Studenten festgenommen wurden. Die Polizei nimmt zurzeit flächendeckend Leute fest. Viele wurden festgenommen, weil sie einen Slogan skandiert haben, einige haben gar nichts getan, und gegen die meisten wurde keine Anzeige erhoben", sagte ein Hongkonger Aktivist der "Bild"-Zeitung.

Rezession bahnt sich an

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste, die immer häufiger in Gewalt umschlagen. Die Proteste richteten sich zunächst gegen ein geplantes Gesetz, das erstmals auch Auslieferungen nach Festlandchina ermöglicht hätte. Inzwischen fordert die Protestbewegung umfassende demokratische Reformen und die Absetzung der pro-chinesischen Regierung. Seit der Rückgabe der britischen Kronkolonie an China 1997 wird Hongkong nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert.

Die Regierung in Hongkong geht wegen der eskalierten Massenproteste von einer tiefen Rezession aus. 2019 wird beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) jetzt ein Rückgang von 1,3 Prozent erwartet, wie die Regierung mitteilte. Bislang hatte sie ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Es wäre die erste Rezession auf Jahressicht in Hongkong seit der globalen Finanzkrise vor gut zehn Jahren.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

Mehr zum Thema