Politik
Die Wut wächst: Demonstanten protestieren in New York.
Die Wut wächst: Demonstanten protestieren in New York.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 15. April 2015

"Das Leben von Schwarzen zählt": Hunderte demonstrieren gegen Polizeigewalt

Seit Januar sollen US-Polizisten mehr als 90 unbewaffnete Menschen erschossen haben. Nun kommt es in zahlreichen US-Städten zu Protesten und der Forderung "Stoppt Polizei-Morde". Die Polizei in New York reagiert mit zahlreichen Festnahmen.

Nach den jüngsten Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen unbewaffnete Afroamerikaner haben in New York Hunderte Menschen gegen Rassismus demonstriert und den Verkehr in der US-Metropole behindert. Vor allem junge Menschen, zogen mit Transparenten mit Aufschriften wie "Das Leben von Schwarzen zählt" oder "Stoppt Polizei-Morde" durch Manhattan. Die Demonstration zog auch über den Broadway und die Brooklyn Bridge.

Polizisten stehen in Oakland vor einer Polizeistation.
Polizisten stehen in Oakland vor einer Polizeistation.(Foto: REUTERS)

Bei den Protesten gab es 34 Festnahmen, wie die "New York Times" berichtet. Es gebe auch Berichte über vereinzelte Angriffe von Demonstranten auf Polizisten. Dies sei unannehmbar, wurde Bürgermeister Bill de Blasio in einer Mitteilung zitiert.

Die Initiatoren der Kundgebung kritisierten, US-Polizisten hätten seit Januar bereits mehr als 90 unbewaffnete Menschen erschossen. Außer in New York seien auch in zwei Dutzend anderen US-Städten, darunter Los Angeles und Chicago, Menschen auf die Straße gegangen, um dagegen zu demonstrieren, teilte das Netzwerk "Stoppt Masseninhaftierungen" mit.

Hilfssheriff schießt um sich

Am Montag war bekannt geworden, dass im Bundesstaat Oklahoma ein 72-jähriger Hilfssheriff den 44-jährigen Afroamerikaner Eric Harris erschossen hatte, obwohl dieser unbewaffnet war. Vergangene Woche wurde in der Stadt North Charleston im Bundesstaat South Carolina ein Polizist wegen Mordes angeklagt, weil er nach einer Verkehrskontrolle einem fliehenden Afroamerikaner mehrmals in den Rücken schoss. Das Video von dem Vorfall, das ein Passant mit seiner Handykamera aufgenommen hatte, hatte für Empörung gesorgt.

Auch andere Fälle von tödlichen Schüssen auf Schwarze durch weiße Beamte hatten in den vergangenen Monaten eine Debatte über Rassismus und Polizeigewalt in den USA ausgelöst. Im August war in der Kleinstadt Ferguson im Bundesstaat Missouri der unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weißen Polizisten getötet worden. Wegen mangelnder Beweise wurde der Beamte aber nicht angeklagt. Die Vorgänge führten in Ferguson und zahlreichen anderen Städten zu teils gewaltsamen Protesten.

Quelle: n-tv.de

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