Politik

Mullahs machen AusnahmeIrakische Tanker dürfen Straße von Hormus passieren

22.08.2026, 12:01 Uhr
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Blick auf die Straße von Hormus, dem neuen Druckmittel Teherans. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

In Zeiten des Krieges werden auch alte Konflikte unwesentlich: So kann sich Bagdad, das stark von den Einschränkungen im Schiffsverkehr getroffen ist, über freundliche Gesten aus Teheran freuen. Bei US-Präsident Trump dürfte dies den Unmut schüren.

Der Iran hat mehreren irakischen Öltankern die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus erlaubt. Wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete, ging der Entscheidung eine Reihe von Bitten aus Bagdad voraus. Die Sondergenehmigung sei eine der Hauptforderungen des Irak bei einem Besuch des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf gewesen. Der irakische Präsident Nisar Amedi erklärte auf einer Konferenz in Bagdad, der Iran habe die Passage von Schiffen mit irakischem Öl in den vergangenen Tagen erleichtert. Die Angelegenheit bleibe jedoch kompliziert.

Der Irak gehört zu den Ländern, die am stärksten von den Einschränkungen im Schiffsverkehr betroffen sind. Vor dem Krieg förderte das Land rund vier Millionen Barrel Öl pro Tag. Ministerpräsident Ali al-Saidi hatte am Freitag erklärt, die Regierung in Bagdad bemühe sich zudem um alternative Exportrouten über die Türkei, Syrien und Jordanien.

Die Durchfahrt durch die Meerenge ist wegen des seit fast sechs Monaten andauernden Krieges zwischen den USA und dem Iran fast vollständig zum Erliegen gekommen. Nach Angaben von US-Energieminister Chris Wright passierten zuletzt im Schnitt täglich rund acht Millionen Barrel Öl die Straße von Hormus, verglichen mit mehr als 20 Millionen Barrel vor dem Krieg. Der Iran droht damit, nicht autorisierte Tanker in der Region anzugreifen.

Die Freigabe für die irakischen Tanker erfolgt vor dem Hintergrund neuer US-Sanktionen gegen den Iran, die am Montag in Kraft treten sollen. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte die "härtesten Sanktionen der Geschichte" an, die auch wichtige Handelspartner des Iran wie China treffen könnten.

Neue Drohung Trumps

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag Ländern mit wirtschaftlichen Konsequenzen, gedroht die dem Iran eine "Lebensader" böten. "Sie würden gerne ein Abkommen schließen, aber meiner Meinung nach sind sie noch nicht bereit für das richtige Abkommen", sagte Trump mit Blick auf die Führung in Teheran. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghai, erklärte nun, die angekündigten Sanktionen entbehrten jeder völkerrechtlichen Grundlage.

Nach Erkenntnissen des US-Finanzministeriums nutzt Teheran die Kooperation mit dem Irak systematisch zur Umgehung von Sanktionen. Eine Methode sei, iranisches Rohöl oder Heizöl mit irakischem zu vermischen, mit Hilfe falscher Dokumente in irakisches Öl umzudeklarieren und dann auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Als eine weitere Methode wird der klassische Grenzschmuggel genannt. Das Nachbarland Irak nimmt für die Führung in Teheran eine Schlüsselrolle ein. Beide Länder, die in den 1980er Jahren einen blutigen Krieg gegeneinander geführt hatten, verbindet eine rund 1.600 Kilometer lange Grenze sowie ein enges Netz aus politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. 

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/rts

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