Politik

Leiter der Sicherheitskonferenz Ischinger warnt vor "Panik" in Deutschland

In München beginnt mit der Sicherheitskonferenz das große Treffen von Staats- und Regierungschefs, Ministern und Diplomaten. Deren Konferenzleiter Ischinger zeigt sich im "ntv Frühstart" unbesorgt über die Führungskrise in Deutschland. Die Bundesrepublik sei angesehen, müsse sich aber mehr engagieren.

Die politische Krise in Deutschland ändert nach Ansicht von Wolfgang Ischinger, dem Leiter der am Freitag beginnenden Münchner Sicherheitskonferenz, nichts am Ansehen Deutschlands in der Welt. "Deutschland war und ist und wird von den Partnern gesehen als der stabile, zentrale Anker in Europa", sagte Ischinger im "ntv Frühstart". "Wo finden Sie denn auf der Welt ein einziges Land, das seit 14 Jahren den gleichen Regierungschef hat?", sagte Ischinger unter Verweis auf die langjährige Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ischinger ist demnach nicht besorgt um die Stabilität der Demokratie in Deutschland. "Wir haben eine Lage, wo drei Viertel der Bevölkerung demokratische Parteien wählen", sagte Ischinger. "Es ist falsch, jetzt in Panik zu geraten, bloß weil wir mal wieder einen Personenwechsel in der Politik haben." Das passiere in anderen Ländern "alle paar Monate". Die in den Medien genannten möglichen Bewerber um eine Kanzlerkandidatur der Union seien "alle ehrenwerte Persönlichkeiten".

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"Leider muss man sagen, die Welt ist gefährlicher geworden. Wir haben mehr Konflikte, wir haben mehr Kriege, wir haben mehr Flüchtlinge auf der Welt", sagte Ischinger mit Blick auf die diesjährige Sicherheitskonferenz und forderte ein stärkeres Engagement Europas und Deutschlands in der Welt.

"Die Zeiten, in denen unsere amerikanischen Freunde die Käseglocke amerikanischer Sicherheit über uns gestülpt haben, sind zunehmend vorbei", warnte Ischinger. "Wir müssen uns selber mehr kümmern, sonst kommen die Probleme, sonst kommt der Terror aus Nordafrika, aus dem Nahen Osten zu uns."

Quelle: ntv.de, shu