Politik

Moschee bei Friedhof getroffenIsrael greift trotz Verhandlungen im Libanon an

05.08.2026, 18:37 Uhr
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Die Bewohner des Dorfes Al-Mansuri sollten ihre Häuser "sofort verlassen" und sich "in Richtung Norden" begeben, erklärte die arabischsprachige Armeesprecherin Ella Waweja bei X.

In Rom laufen Gespräche zwischen Tel Aviv und Beirut. Im Libanon selbst gehen die Angriffe ungehindert weiter. Israel greift eine Moschee an, es werden Opfer gemeldet. Vorausgegangen war der Tod zweier israelischer Soldaten - Berichten zufolge durch eine Sprengfalle.

Während laufender politischer Gespräche zwischen Israel und dem Libanon greift das israelische Militär weiter im Nachbarland an. Bei einem israelischen Luftangriff auf den Ort Tebnin im Südlibanon ist ein Mensch getötet worden, wie das Gesundheitsministerium in Beirut mitteilte. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, dass der Angriff das Dach der Moschee auf dem Friedhof des Ortes getroffen habe.

Vor den Angriffen hatten die israelischen Streitkräfte erstmals seit mehreren Wochen Menschen im Süden des Libanon zur sofortigen Flucht aufgerufen. Die Bewohner des Dorfes Al-Mansuri sollten ihre Häuser "sofort verlassen" und sich "in Richtung Norden" begeben, erklärte die arabischsprachige Armeesprecherin Ella Waweja bei X.

Nach Angaben der Armee seien die Angriffe eine "Reaktion auf einen eklatanten Verstoß der Terrororganisation Hisbollah" gegen die mit dem Libanon vereinbarte Waffenruhe. Al Jazeera zufolge geht es dabei um den Tod zweier israelischer Soldaten, die von einer Sprengfalle getötet wurden, die sich in einem Gebäude im Südlibanon befunden hatte.

Die Angriffe erfolgten zeitgleich zu einer neuen Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon in Rom. Die Gespräche in der italienischen Hauptstadt hatten am Dienstag begonnen und sollen nach US-Angaben bis Donnerstag fortgesetzt werden. Es ist die siebte Runde der von Washington vermittelten Gespräche, seit die proiranische Hisbollah den Libanon im März mit Raketenangriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen hatte.

Es gehe darum, "dass dauerhafte Sicherheit für beide Länder gewährleistet wird, Sicherheitsbedrohungen für Israel beseitigt werden und die staatliche Autorität des Libanon im gesamten Süden wiederhergestellt wird", erklärte US-Außenamtssprecher Tommy Pigott auf X.

Ein im Juni unter Vermittlung der USA vereinbartes Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon sieht vor, dass sich die israelische Armee schrittweise aus dem Süden des Libanon zurückzieht. Die libanesischen Streitkräfte sollen die Kontrolle über geräumte Gebiete übernehmen und dort die vom Iran unterstützte Hisbollah entwaffnen. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt eine Entwaffnung und Gespräche mit dem Nachbarstaat ab.

Quelle: ntv.de, toh/AFP/dpa

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