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Mehrere Raketen abgefeuert Israel und Libanon liefern sich Scharmützel

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UN-Mitarbeiter und libanesische Soldaten patrouillieren regelmäßig entlang der Grenze zu Israel.

(Foto: picture alliance/dpa)

Was sich derzeit an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon abspielt, wissen wohl nur die beiden Länder selbst. Die Schiitenmiliz Hisbollah wirft der israelischen Armee eine Kriegserklärung vor und schreitet zur Tat. Das lässt der südliche Nachbar nicht auf sich sitzen.

Die angespannte Lage an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon spitzt sich weiter zu. Mehrere Panzerabwehrraketen seien vom Libanon aus auf einen israelischen Militärstützpunkt und auf Militärfahrzeuge abgefeuert worden, teilte die Armee mit. Sie antwortete mit Angriffen auf Ziele im Süden Libanons. Die Panzerabwehrraketen des nördlichen Nachbarn hätten mehrere Ziele getroffen, erklärte die Armee. Es habe aber keine Opfer gegeben, teilte die Armee mit.

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Die Hisbollah im Libanon verkündete über ihren Sender Al-Manar, sie habe einen Panzer der israelischen Armee in der Nähe der nordisraelischen Stadt Avivim "zerstört". Die Insassen seien "getötet und verletzt" worden. Der Panzer habe sich auf dem Weg in die Kaserne von Avivim befunden. Laut der libanesischen Armee feuerte Israel daraufhin "mehr als 40 Raketen" auf Gebiete außerhalb der Ortschaften Marun al-Ras, Aitarun und Jarun ab.

Libanons Regierungschef Saad Hariri nahm Kontakt zu US-Außenminister Mike Pompeo und einem diplomatischen Berater von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf, wie Hariris Büro mitteilte. Hariri habe die beiden Länder sowie die internationale Gemeinschaft "angesichts der Entwicklungen an der Südgrenze" seines Landes um ein Eingreifen gebeten.

Bereits in der vergangenen Woche haben sich die Spannungen zwischen Israel und dem Libanon verschärft. Nach dem Absturz einer Drohne und der Explosion einer zweiten über der Hauptstadt Beirut vor einer Woche warf die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah Israel einen Bombenangriff vor. Der libanesische Präsident Michel Aoun sprach von einer "israelischen Aggression", die einer "Kriegserklärung" gleichkomme.

Präventivschlag gegen iranische "Killerdrohnen"

Am Mittwoch schoss die libanesische Armee nach eigenen Angaben im Süden des Landes auf drei israelische Aufklärungsdrohnen. Nach israelischen Angaben wurden keine Schäden gemeldet. Israel warf dem Iran vor, mithilfe der Hisbollah im Libanon die Herstellung von Präzisionsraketen zu intensivieren. In den vergangenen Monaten hätten der Iran und die Hisbollah unter anderem in Beirut ihre Bemühungen vorangetrieben, Raketen in Präzisionsraketen umzubauen, teilte die Armee mit.

Am Samstag vor einer Woche waren zudem bei einer israelischen Bombardierung nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus Aktivisten zufolge mindestens fünf regierungstreue Kämpfer getötet worden. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah sagte, davon seien zwei Kämpfer der Hisbollah gewesen. Nach Angaben des israelischen Militärs handelte es sich um einen Präventivschlag gegen iranische "Killerdrohnen", die Ziele in Israels Norden angreifen sollten.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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