Politik

Zu Unrecht betreten?Israelische Truppen sollen in libanesische "Pilotzone" eingedrungen sein

09.08.2026, 10:28 Uhr
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Israelische Truppen stehen im April noch südlich das Libanons. (Foto: picture alliance/dpa)

Das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon sieht vor, dass Jerusalems Armee in Pilotzonen Orte räumt und die libanesische Armee dort die Kontrolle übernimmt. Nun sollen israelische Soldaten in einer solchen Zone aufgetaucht sein und die Zufahrt zu einem Dorf blockiert haben.

Israelische Soldaten sind nach libanesischen Angaben in ein Dorf im Süden des Libanon eingedrungen, das einer Vereinbarung zwischen beiden Ländern zufolge unter der Kontrolle der libanesischen Armee steht. Wie staatliche libanesische Medien und der Bürgermeister des Dorfes am Samstag mitteilten, schichteten die Soldaten dort in der Nacht einen Erdwall auf. Der blockiert Berichten zufolge die Straße am östlichen Ortseingang.

Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Dies sollte zunächst in zwei "Pilotzonen" erfolgen.

Das Dorf Sautar al-Gharbija ist eine der beiden "Pilotzonen". Die libanesische Armee hatte am 21. Juli mit der Stationierung von Soldaten in dem Dorf begonnen. Wie der Bürgermeister Abed Esseddine sagte, kehrten seitdem etwa 50 Familien in das Dorf zurück.

Möglicher Verstoß gegen Rahmenabkommen

In der Nacht zum Samstag sei dann "eine Einheit der israelischen Besatzungsarmee" in das Dorf eingerückt und habe "eine neue Erdbarriere in der Nähe des Dorfplatzes" errichtet, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur. Die israelische Armee teilte auf AFP-Anfrage mit, sie habe keine Kenntnis "von einem solchen Vorfall in diesem Gebiet". In libanesischen Armeekreisen wurde der Vorfall dagegen bestätigt und als Verstoß gegen das Rahmenabkommen gewertet. Ob sich am Samstag noch israelische Soldaten in der Gegend aufhielten, ist den libanesischen Behörden zufolge unklar.

Die Einrichtung der "Pilotzonen" ist der erste Schritt zur Umsetzung des unter Vermittlung der USA vereinbarten Rahmenabkommens. Die proiranische Hisbollah lehnt die direkten Gespräche zwischen Israel und Libanon allerdings ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben.

Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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