Frauen und Kinder verletztIsraels Armee greift Südlibanon an - vier Menschen sterben

Die Kämpfe im Nahen Osten flammen wieder auf: Erst greift die Terrormiliz Hisbollah Israels Soldaten mit Drohnen an - nun reagiert die israelische Armee mit Gegenangriffen. Offenbar trifft das Militär dabei mehrere Frauen und Kinder.
Bei neuen Angriffen Israels auf Ziele im Süden des Libanon sind nach libanesischen Angaben vier Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden zwei Frauen in der Stadt Arab Salim getötet und zwei weitere Menschen in Nabatije. Unter den Verletzten seien mehrere Frauen und drei Kinder.
Die israelische Armee hatte ihre neuen Angriffe mit Drohnen-Attacken der Hisbollah-Miliz auf ihre Soldaten begründet. "Terroristen" der vom Iran unterstützten Schiitenmiliz hätten zwei Drohnen auf im Südlibanon stationierte israelische Soldaten abgefeuert, teilte die Armee mit. Dies sei ein "eklatanter Verstoß", weshalb mit Gegenangriffen reagiert werde. Bereits am Freitag hatte das israelische Militär nach eigenen Angaben Waffenlager der Hisbollah im Südlibanon angegriffen.
In einer weiteren Mitteilung hatte die Armee die Bewohner von Arab Salim aufgefordert, ihre Stadt wegen unmittelbar bevorstehender Angriffe zu verlassen. "Sie befinden sich in der Nähe einer Einrichtung der Terrororganisation Hisbollah", hieß es in der auf Arabisch verfassten Mitteilung im Onlinedienst Telegram.
Seit dem 2. März wurden bei israelischen Angriffen im Libanon mehr als 4300 Menschen getötet. Damals hatte die Hisbollah auf den gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar reagiert und Ziele im Norden Israels beschossen. Nach eigener Darstellung übte die Hisbollah Vergeltung für die gezielte Tötung des Obersten Führers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, beim amerikanisch-israelischen Angriff.
Das israelische Militär startete daraufhin eine groß angelegte Offensive und setzte auch Bodentruppen ein. Zudem erklärte die Armee einen von der Grenze zehn Kilometer ins Land reichenden Abschnitt im Südlibanon zur "Sicherheitszone", in der sie Soldaten stationierte. Zahlreiche Menschen wurden aus dem Südlibanon vertrieben, viele Ortschaften sind zerstört.
Neue Angriffe in Straße von Hormus
Auch in der Straße von Hormus flammen die Kämpfe erneut auf. Die iranischen Revolutionsgarden griffen nach eigenen Angaben eine Marine-Drohne der US-Streitkräfte bei der Einfahrt in die Meerenge an. Die US-Drohne habe versucht, "in den geschützten Bereich der Straße von Hormus einzudringen", erklärten die Garden in einer vom staatlichen iranischen Fernsehsender Irib verbreiteten Stellungnahme. Zuvor hatte es von beiden Seiten Angaben zu Angriffen auf mehrere Öltanker in der für den internationalen Handel wichtigen Seestraße gegeben.
Im seit mehr seit sechs Monaten andauernden Iran-Krieg ist die Straße von Hormus Schauplatz zahlreicher Gefechte. Teheran hat die Meerenge weitgehend blockiert, im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen. Die Ölpreise stiegen weltweit an.