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Erhöhter Druck auf Nordkorea Japan setzt Aufrüstung fort

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Das japansiche Militär bei einer Präsentation eines Flugabwehrsystems.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Den USA und Japan sind die UN-Sanktionen als Druckmittel gegen Pjöngjang nicht deutlich genug. Neben gemeinsamen Militärmanövern investiert Tokio zusätzlich in die Militärforschung und entwickelt Raketen, die mit fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen.

Japan und die USA haben verkündet, den Druck auf Nordkorea auf "sichtbare Weise" zu erhöhen. Darauf verständigten sich der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera und sein US-Kollege James Mattis in einem Telefongespräch. Onodera deutete demnach an, dass damit möglicherweise verstärkte Manöver beider Streitkräfte gemeint sein könnten. Dabei stellte das Ministerium fast zeitgleich einen Antrag, um das Militärbudget zu erhöhen.

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Auf der Wunschliste des japanischen Militärs stehen auch V-22 Truppentransporter

(Foto: imago/Kyodo News)

Der Eilantrag zur Erhöhung des Budgets soll dazu dienen, um die Entwicklung von Langstreckenraketen voranzutreiben. Dazu sollen 160 Millionen US-Dollar freigegeben werden. Ein Großteil davon (90 Millionen Dollar) wird in die Hyperschall-Technologie investiert - damit sollen Raketen entwickelt werden, die mit fünffacher Schallgeschwindigkeit fliegen. Damit könnte die Abwehr der Feinde schnell ausgeschaltet werden, was allerdings nicht der Entwicklungsgrund sei. "Die Forschung und Entwicklung ist für die Verteidigung der Insel", erklärte das japanische Verteidigungsministerium.

Militärausgaben nicht nur für Verteidigung

Sollte der Vorschlag bewilligt werden, wäre das die sechste Budgeterhöhung seit dem 1. April unter Premierminister Shinzo Abe. Das Gesamtvolumen der militärischen Ausgaben würde auf 48 Milliarden Dollar steigen -  rund 4 Milliarden Dollar mehr als Deutschland für Verteidigung ausgibt. Das Geld will Japan nicht nur in die Raketenabwehr stecken. Die Wunschliste der japanischen Streitkräfte ist lang: Sechs F-35 Tarnkappen-Kampfflieger, vier V-22 Truppentransport-Helikopter, ein U-Boot und zwei Kriegsschiffe soll das Militär noch bekommen.

Auf das Bündnis zwischen Tokio und Washington reagierte bereits die nordkoreanische Regierung. Es beschleunige "die Selbstzerstörung" Japans, erklärte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Die militärische Allianz zwischen Japan und den USA sei eine "ernsthafte Bedrohung" für die koreanische Halbinsel, hieß es in der KCNA-Mitteilung weiter. Tokio dürfe Washington nicht weiter blind folgen.

Nordkorea hatte am Dienstag über den Norden Japans hinweg eine Rakete getestet. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte dies einstimmig als "empörend". China rief alle Seiten zur friedlichen Beilegung des Konflikts auf. Alle Parteien sollten jegliche Sprache und Handlungen vermeiden, die die Situation verschärfen könnten.

Quelle: n-tv.de, mba/rts/dpa/AFP

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