Politik

Schon 540.000 Deutsche betroffen Jugendliche rutschen ins Abseits

Schulabbrecher, Arme, Verschuldete, Sucht- oder Psychischkranke haben in Deutschland kaum Chancen, im Leben wieder Fuß zu fassen. Das stellt die Kinder- und Jugendhilfe fest. Staatliche Sanktionen träfen häufig den Nachwuchs. Dies führe zu einer teilweise vollkommenen Mittellosigkeit.

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Hier könnte mehr Jugendsozialarbeit helfen.

(Foto: dpa)

Mehr als einer halben Million Jugendlichen in Deutschland droht nach Untersuchungen der Kinder- und Jugendhilfe das soziale Abseits. "Wer als Schulabbrecher, ohne Berufsabschuss oder in Armut lebt, wer zudem Schulden, Sucht oder andere psychische Probleme hat, für den gibt es noch immer zu wenig Chancen, im Leben wieder Fuß zu fassen", warnte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ), Norbert Struck, in Stuttgart.

Beim 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag, der bis Donnerstag dauert, werden bis zu 40.000 Teilnehmer erwartet. Auch Bundespräsident Christian Wulff sucht am Abschlusstag den Dialog mit Jugendlichen.

Insgesamt stünden bereits bis zu 540.000 Jugendliche bundesweit im sozialen Abseits oder drohten dorthin abzurutschen, mahnte Struck. Das Netz der individuellen Hilfe sei noch immer "viel zu grobmaschig". Staatliche Sanktionen – wie Hartz-IV-Kürzungen für arbeitslose Jugendliche – träfen häufig den Nachwuchs. Dies führe zu einer teilweise vollkommenen Mittellosigkeit. "Statt auf Sanktionen zu setzen, muss der Staat endlich konsequent auf individualisierte Hilfen setzen", sagte Struck. Helfen könne dabei mehr Jugendsozialarbeit.

Quelle: n-tv.de, dpa

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