Politik

Mit Bällen auf AKK und Hitler Juso-Dosenwerfen löst Shitstorm aus

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Entschuldigt hat sich der Juso-Verband Ansbach bislang nicht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Menschen spielerisch für Politik zu begeistern ist eine bekannte Wahlkampf-Strategie. Ein Juso-Verband zieht mit einer solchen Aktion nun Kritik auf sich: Beim Dosenwerfen kann auf Hitler und CDU-Chefin AKK gezielt werden. Im letzten Jahr war eine ähnliche Juso-Aktion in den Schlagzeilen.

Eine Wahlkampfaktion der Jusos im bayerischen Ansbach hat die Union empört und für Ärger auch in den sozialen Netzwerken gesorgt. Auf einem inzwischen gelöschten Foto auf dem Facebook-Account der SPD-Europaabgeordneten Maria Noichl war ein Turm von Blechdosen für einen Wurfwettbewerb zu sehen, auf denen unter anderem die Konterfeis von lebenden und toten Politikern zu sehen waren. Neben CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, CSU-Vize Manfred Weber, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und AfD-Politikern zeigt eine Dose auch das Bild von Adolf Hitler. Noichl schrieb dazu: "Ein super Infostand der JUSO Ansbach. Danke! Ihr seids Spitze!"

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Die Unionsparteien protestierten umgehend massiv: "Ich fordere die SPD Führung auf, sich von solchen Aktionen sofort und klar zu distanzieren", sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. "Ihr schürt Hass in der Mitte der Gesellschaft. Otto Wels, Willy Brandt und Helmut Schmidt würden sich für Euch schämen", twitterte er.

Sein CSU-Kollege Markus Blume legte gar noch eine Schippe drauf: "Die schäbigen Vergleiche und Spiele der Jusos sind völlig inakzeptabel. Dass diese Aktion vom SPD-Establishment beklatscht und angefeuert wird, ist erschütternd und verlangt ein Einschreiten der SPD-Parteispitze", sagte er. Solche Aktionen ließen Anstand vermissen. "Wenn die SPD in Panik den demokratischen Grundkonsens in Frage stellt, belastet das den Koalitionsfrieden."

Auf ihrer Website entschuldigte sich Noichl umgehend für die Aktion: "Ich habe das zu Recht viel kritisierte Bild nun gelöscht und entschuldige mich für die Aktion, die Menschen verletzt hat. Dies war und ist nie meine Absicht oder die der Jusos Ansbach gewesen." Die Diskussion zeige ihr, dass sie die Aktion zunächst falsch eingeschätzt habe. "Danke für die sachliche Kritik, die mich erreicht hat."

Über ihre Facebook-Seite stellten die Jusos Ansbach klar, dass sie "Verbrechen der NS-Zeit und anderer Diktaturen" aufs Schärfste verurteilten. Bereits im vergangenen Jahr hatte ein Berliner Juso-Verband mit einer ähnlichen Aktion Kritik auf sich gezogen. Damals waren auf den Dosen unter anderem Beate Zschäpe, Horst Seehofer und Björn Höcke abgebildet gewesen.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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