Politik

Homeoffice-Pauschale verlängert Kabinett verabschiedet Corona-Steuerhilfen

274650202.jpg

Finanzminister Lindner hofft auf Impulse für eine wirtschaftliche Erholung.

(Foto: picture alliance / photothek)

Die Ampel-Regierung macht den Weg frei für einen Großteil ihrer Corona-Wirtschaftspläne. Diese sollen Arbeitnehmer wie Unternehmen schnell und unbürokratisch entlasten. Dabei geht es vor allem um steuerliche Erleichterungen.

Das Bundeskabinett hat mehrere Steuererleichterungen beschlossen, die Bürgern und Unternehmen durch die Corona-Krise helfen sollen. Für Unternehmen sind erweiterte Möglichkeiten für die steuerliche Verrechnung von coronabedingten Verlusten mit Gewinnen der Vorjahre vorgesehen. Der geplante Bonus für Pflegekräfte vor allem in Krankenhäusern soll bis zu einer Höhe von 3000 Euro steuerfrei bleiben.

"Das Kabinett hat heute die Verlängerung zahlreicher steuerlicher Erleichterungen für Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen auf den Weg gebracht", erklärte das Finanzministerium auf Twitter. Bundesfinanzminister Christian Lindner erhofft sich davon auch Impulse für eine wirtschaftliche Erholung, wie aus dem Gesetzentwurf hervorgeht.

"Zu Beginn der laufenden Legislaturperiode steht die Finanzpolitik der Bundesregierung weiterhin im Zeichen der Bekämpfung der Corona-Pandemie", heißt es in dem Entwurf. Das Vierte Corona-Steuerhilfegesetz bündele "wirtschaftliche, aber auch soziale Maßnahmen, die sehr schnell greifen und helfen sollen".

Mehr Raum für Investitionen

Unternehmen können bestimmte Investitionen für 2022 schneller bei der Steuer absetzen. Sie können zudem stärker als bisher Verluste mit früheren Gewinnen verrechnen und damit ihre Steuern für die vorangegangenen Jahre verringern.

Arbeitnehmer können die Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag auch für dieses Jahr noch geltend machen anstelle der Kilometerpauschale. Arbeitgeber können zudem Kurzarbeitergeld noch bis Ende Juni weiter steuerfrei aufstocken. Für Steuerberater werden die Fristen zur Abgabe von Steuererklärungen verlängert.

Unternehmen sollen in Milliardenhöhe von einer auf das laufende Jahr begrenzten degressiven Abschreibung für bewegliche Wirtschaftsgüter profitieren. Im steuerlichen Sinne umfasst das nicht nur tragbare oder fahrbare Dinge, sondern einen Großteil aller Investitionen - etwa Maschinen, den Fuhrpark oder auch die Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Die degressive Abschreibung ist mit knapp zehn Milliarden Euro an erwarteten Steuermindereinnahmen für die Jahre 2022 bis 2025 der bei weitem teuerste Posten des Steuerhilfegesetzes. Die Steuermindereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden durch das Gesamtpaket werden auf gut elf Milliarden Euro beziffert. Der Großteil der Maßnahmen ist Teil des Koalitionsvertrags von SPD, Grünen und FDP. Die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat steht noch aus.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/rts/DJ

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen