Politik

TV-Debatte der US-Demokraten Kandidaten stürzen sich auf Biden

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Fingerzeig: Kamala Harris nahm Biden in die Mangel.

(Foto: REUTERS)

Joe Biden muss sich in einer erneuten TV-Debatte der US-Demokraten heftiger Angriffe der anderen Bewerber um die Kandidatur gegen Präsident Trump erwehren. "Alle gegen Biden" scheint das Motto zu sein. Doch er teilt auch aus.

Bei einer neuen TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber ist der frühere Vizepräsident Joe Biden abermals unter Druck geraten. Seine parteiinternen Rivalen warfen dem 76-Jährigen dessen Positionen in Einwanderungspolitik, Justizpolitik, Gesundheitspolitik und im Umgang mit Befürwortern der Rassentrennung vor. Der Politik-Veteran selbst zeigte sich aber kämpferischer als bei der ersten TV-Debatte Ende Juni.

Biden führt die Umfragen für die Vorwahlen der Demokraten mit deutlichem Abstand an. Er liegt bei rund 32 Prozent - und hat damit doppelt so gute Werte wie die zweitplatzierten Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren. Die hatten am Vorabend mit acht anderen Kandidaten debattiert.

Seine Favoritenrolle macht Biden aber zum Ziel von Angriffen nicht nur von US-Präsident Donald Trump, sondern auch seiner demokratischen Mitbewerber. Das Motto des Abends schien zu sein: Alle gegen Biden. Dabei stach wie schon bei der ersten TV-Debatte in Miami die kalifornische Senatorin Kamala Harris hervor. Sie hielt Biden erneut wohlwollende Äußerungen zu Senatoren vor, die vor Jahrzehnten die Rassentrennung befürworteten.

Harris attackiert ihn wieder heftig

"Wenn diese Befürworter der Rassentrennung sich durchgesetzt hätten, wäre ich heute nicht Senatorin", sagte die afroamerikanische Politikerin. "Und Barack Obama hätte Sie nicht nominieren können." Biden, der unter Präsident Obama acht Jahre lang Vizepräsident war, kritisierte wiederum Harris' Vorschläge für eine Reform des Gesundheitssystems. Mit "doppelzüngigen" Vorschlägen werde Harris Trump bei der Präsidentschaftswahl 2020 nicht besiegen können. Ihr Gesundheitsprogramm sei unbezahlbar. Harris warf Biden vor, mit seinem Konzept für die Krankenversicherung Millionen Amerikaner außen vor zu lassen.

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Zehn Kandidaten stellten sich der Debatte - am Vorabend hatte es bereits eine ähnliche Debatte mit Bernie Sanders und Elizabeth Warren in den Hauptrollen gegeben.

(Foto: dpa)

  Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio bedrängte Biden mehrfach mit der Frage, ob dieser die Massenabschiebungen in den Obama-Jahren im Nachhinein für einen Fehler halte und Obama davon abgeraten habe. New Jerseys Senator Cory Booker erklärte mehrfach, Biden könne sich mit Blick auf seine Vergangenheit in der Obama-Administration nicht wegducken.

Julian Castro, einst Ex-Arbeitsminister in Obamas Regierung, sagte mit Blick auf Biden, nicht alle würden aus Fehlern der Vergangenheit lernen. Biden wich aus und betonte, er sei damals Vizepräsident gewesen, nicht Präsident. Seine damaligen Ratschläge behalte er für sich. Zugleich verteidigte er Obamas Migrationspolitik insgesamt und versicherte, unter ihm würde es keine Massenabschiebungen geben. Zugleich attackierte er Castro und sagte, dieser habe damals in der Regierung keine Einwände zu dem Thema vorgebracht.

Biden wandte sich aber gegen Forderungen, illegale Grenzübertritte in die USA zu entkriminalisieren. "Wer illegal einreist, muss ausgewiesen werden können. Das ist eine Straftat." Biden zeigte damit eine harte Haltung beim Thema Migration, mit dem Trump bei den Wählern punkten will.

"Sei nicht zu hart zu mir"

Biden und Harris hatten sich schon bei der ersten TV-Debatte ein Wortgefecht geliefert. Am Mittwochabend wandte sich der Ex-Vizepräsident in einem ungewöhnlichen Schritt unmittelbar vor der Diskussionsrunde an die Senatorin, schüttelte ihre Hand und sagte: "Sei nicht zu hart zu mir, Kind."

Biden versuchte mitunter, die Aufmerksamkeit durch Attacken auf den Amtsinhaber im Weißen Haus, US-Präsident Donald Trump, in eine andere Richtung zu steuern - allerdings ohne echten Erfolg. In seinen Schlussworten appellierte Biden an die Wähler, sich für ihn zu entscheiden, um vier weitere Trump-Jahre zu verhindern. "Wir wählen Wissenschaft anstatt Fiktion, Hoffnung anstelle von Angst, Einigkeit anstelle von Spaltung", lautete sein Credo.

Der Wahlkampf läuft zwar seit Monaten, die eigentlichen Vorwahlen der Demokraten beginnen aber erst Anfang Februar 2020 - mit einer Abstimmung im Bundesstaat Iowa. Die Oppositionspartei hofft, Präsident Trump bei der Präsidentschaftswahl im November 2020 aus dem Weißen Haus drängen zu können.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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