Politik

"Wird viele Kraftzentren geben" Kanzleramtschef: Deutschland ohne USA nicht verteidigungsfähig

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Schmidt sieht Deutschland nicht in einer internationalen Führungsposition. Die Bundesrepublik handele "vor allem durch die Europäische Union".

(Foto: picture alliance / photothek)

Die NATO ist für Deutschland derzeit wichtiger denn je. Ohne die Hilfe der USA sei das Land nämlich nicht verteidigungsfähig, warnt Kanzleramtschef Schmidt. Nur als Bündnis von starken Partnern könne man "in dieser Welt bestehen".

Deutschland ist nach Ansicht des Kanzleramtschefs Wolfgang Schmidt ohne seine Bündnispartner nicht verteidigungsfähig gegenüber Russland. "Aber dafür sind wir ja in einer gemeinsamen Allianz, der NATO. (...) Die USA sind besonders wichtig für Deutschland, aber auch für Europa und für die NATO", sagte Schmidt der "Deutschen Welle". "Und deswegen arbeiten wir auch so eng und gut zusammen, weil wir nur so als Allianz, als Bündnis von starken Partnern, in dieser Welt bestehen können."

So habe Bundeskanzler Olaf Scholz zum G7-Gipfel im Juni auch mehrere Staaten eingeladen, die die russische Invasion in die Ukraine bei dem Votum der Vereinten Nationen nicht verurteilt haben. Man wolle nun "auf Augenhöhe miteinander besprechen, wie die Situation der Welt ist." Russland fühle sich nicht mehr an das internationale Völkerrecht gebunden. "Wie damit die Staatengemeinschaft umgeht, muss natürlich miteinander besprochen werden. Das kann nicht ein einzelner Staat oder ein Bündnis von Staaten wie die G7 einfach den anderen mitteilen", erklärte Schmidt. Indien und Südafrika hatten ihre Teilnahme am Gipfeltreffen bereits zugesagt.

Auf die Frage, ob Deutschland eine internationale Führungsposition einnehmen könne, sagte der Kanzleramtschef, die Bundesrepublik handele "vor allem durch die Europäische Union". Das hätten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Scholz dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor der Invasion in die Ukraine zu vermitteln versucht. "Die Zeiten, in denen einzelne Mächte die Welt unter sich aufteilen und in Einflusssphären denken, sind vorbei. Wir glauben nicht, dass es eine uni- oder bipolare Welt sein wird, sondern es wird viele Kraftzentren geben."

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

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