Politik

K-Frage ohne Ende Kein Respekt vor Merkel

Trotz aller Appelle um Zurückhaltung geht der neu entfachte Streit um die Kanzlerkandidatur in der Union weiter. CDU-Spitzenpolitiker verteidigten heute diejenigen in der Partei, die den CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber als Kanzlerkandidaten favorisieren. "Frau Merkel sollte es nicht als Affront ...betrachten, wenn sich führende CDU-Vertreter für Edmund Stoiber aussprechen", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm warnte davor, Stoiber-Befürworter unter Druck zu setzen. Gegen sie dürfe kein "Bannstrahl" belegt werden, sagte das CDU-Präsidiumsmitglied. Bosbach sagte, es sei falsch zu behaupten, dass Stoiber nördlich des Mains und insbesondere im Rheinland nicht ankomme. Man könne es gut mit Frau Merkel meinen und dennoch für Stoiber als Kanzlerkandidat sein, so Bosbach.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hatte die erneute Diskussion als schädlich für die Partei bezeichnet. "Ich bin mir ganz sicher, dass die Mitglieder das nicht wollen, gerade nach dem Parteitag in Dresden", sagte sie gestern am Rande einer Landesvertreterversammlung der CDU Sachsen-Anhalts in Löbejün. Es bleibe beim vereinbarten Zeitplan, wonach die Person Anfang des Jahres bestimmt werde.

Der Berliner "Tagesspiegel" und der "Focus" hatten berichtet, dass mehrere CDU-Ministerpräsidenten, Landeschefs und Präsidiumsmitglieder Merkel zum Verzicht auf die Kanzlerkandidatur auffordern wollten. Zum Ausgleich solle sie nach der Bundestagswahl Fraktionsvorsitzende der Union werden. Mehrere CDU-Granden dementierten die Meldungen.

Politiker der CSU reagierten mit Unverständnis auf die Debatte. Nach der CSU-Vorstandsklausur in Wildbad Kreuth am Samstag, sagte CSU-Chef Edmund Stoiber, er wolle sich daran nicht beteiligen. Mit Merkel habe er eine "klare, faire Vereinbarung ", dass die Frage Anfang des Jahres entschieden werde. "Wir halten uns an diese Abmachung", sagte Stoiber.

Quelle: ntv.de