Politik

K-Frage ohne Ende Kein Respekt vor Merkel

CDU-Chefin Angela Merkel hat die neu aufgeflammte Diskussion um die Kanzlerkandidatur als schädlich für die Partei bezeichnet. "Ich bin mir ganz sicher, dass die Mitglieder das nicht wollen, gerade nach dem Parteitag in Dresden", sagte sie am Rande einer Landesvertreterversammlung der CDU Sachsen-Anhalts in Löbejün. Es bleibe beim vereinbarten Zeitplan, wonach die Person Anfang des Jahres bestimmt werde.

Der Berliner "Tagesspiegel" hatte in seiner heutigen Ausgabe berichtet, mehrere CDU-Ministerpräsidenten, Landeschefs und Präsidiumsmitglieder wollten Merkel zum Verzicht auffordern. Zum Ausgleich solle sie nach der Bundestagswahl Fraktionsvorsitzende der Union werden. Das sei "blanker Unsinn", sagte sie dem "Tagesspiegel". Nach Ansicht der Anti-Merkel-Kreise besitzt nur der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber eine Chance, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) herauszufordern. Das habe Stoibers Auftritt in Dresden bewiesen.

Einer der Wortführer dieser Gruppe soll der saarländische Ministerpräsident Peter Müller sein. Sein Sprecher wies die Berichte als Spekulationen zurück. Es bleibe bei der in Dresden vereinbarten Linie. Der CDU-Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein, Johann Wadephul, wies einen Vorstoß der Landeschefs zurück. "Ich habe mit Frau Merkel kein Gespräch in diesem Sinne geführt", sagte Wadepfuhl.

Politiker der CSU reagierten mit Unverständnis auf die neu entfachte Debatte. Nach der CSU-Vorstandsklausur in Wildbad Kreuth sagte CSU-Chef Edmund Stoiber, er wolle sich daran nicht beteiligen. Mit Merkel habe er eine "klare, faire Vereinbarung ", dass die Frage Anfang des Jahres entschieden werde. "Wir halten uns an diese Abmachung", sagte Stoiber.

Quelle: ntv.de