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Nordkorea bestätigt Übung Kim Jong Un war bei Raketentest dabei

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Von dem Erfolg der Waffenübungen überzeugte sich Machthaber Kim Jong Un (links) persönlich.

(Foto: AP)

Erstmals seit 2017 feuert Nordkorea wieder mehrere Raketen ab. Zunächst meldet dies das Nachbarland Südkorea. Nun folgt die Bestätigung: Machthaber Kim Jong Un habe die Übung an der Frontlinie persönlich überwacht, berichten Staatsmedien.

Nordkorea hat seine umstrittenen Waffentests am Samstag als Übung für den Einsatz von Raketen und Lenkwaffen beschrieben. Machthaber Kim Jong Un habe die Tests bei einer Übung an der Frontlinie persönlich überwacht und sich mit der Ausführung zufrieden gezeigt, berichteten die Staatsmedien am Sonntag. Zweck sei es gewesen, die Einsatzfähigkeit und Treffgenauigkeit von "großkalibrigen Mehrfach-Raketenwerfern und taktischen Lenkwaffen" zu überprüfen.

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Getestet wurden laut nordkoreanischen Staatsmedien großkalibrige Mehrfach-Raketenwerfer und taktische Lenkwaffen.

(Foto: AP)

Laut der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA hätten die Tests über dem Ostmeer beziehungsweise Japanischen Meer stattgefunden. Kim rief den Berichten aus Nordkorea zufolge die Truppen dazu auf, ihre hohe Wachsamkeit beizubehalten und ihre Kampfstärke zu verbessern. Die Streitkräfte hätten ihre rasche Reaktionsfähigkeit unter Beweis gestellt, um "auf Befehl in jedem Moment in Kampfaktionen überzugehen".

Südkoreas Militär hatte am Vortag eher vage von "Projektilen" mit kurzer Reichweite gesprochen, die Nordkorea an der Ostküste abgefeuert habe. Die Geschosse seien 70 bis 200 Kilometer weit geflogen. Zunächst hatte der Generalstab von einer "unidentifizierten Kurzstreckenrakete" gesprochen.

Raketentests als "Provokation"

Südkoreas Regierung hatte die Waffentests kritisiert und Nordkorea aufgerufen, alles zu unterlassen, was neue Spannungen schüren könnte. Das Büro von Präsident Moon Jae In warf Pjöngjang vor, mit dem Waffentest gegen die Abmachungen des innerkoreanischen Militärabkommens vom September 2018 verstoßen zu haben.

Das Auswärtige Amt in Berlin bezeichnete die Raketentests als "Provokation". Die neuen Tests erfolgten zu einer Zeit wachsender Unsicherheit in der Region, nachdem das zweite Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kim Ende Februar in Vietnam gescheitert war. Beide Seiten konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen. In einer Reaktion auf die südkoreanischen Angaben schrieb Trump bei Twitter, zwar sei "auf dieser sehr interessanten Welt" alles möglich. Er glaube aber, dass Kim sich des "großen wirtschaftlichen Potenzials" Nordkoreas bewusst sei und dieses nicht beschädigen wolle.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP/dpa

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