Politik

Angriffe auf IS-Stellungen Koalition wirft wieder Bomben auf Kobane

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Wieder kam es zu heftigen Explosionen in Kobane.

(Foto: dpa)

Die Welt blickt wie gebannt auf Kobane, wo für die Kurden wieder ein bisschen Hoffnung aufkommt. Dank neuer Luftangriffe melden sie kleinere Erfolge. In der irakischen Stadt Hit bahnt sich ebenfalls ein Drama an. Dort lösen IS-Angriffe eine riesige Fluchtwelle aus.

Zur Unterstützung der kurdischen Kämpfer in der nordsyrischen Grenzstadt Kobane hat die internationale Koalition neue Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Wie die syrischen Menschenrechtsbeobachter mitteilten, wurden mindestens drei Stellungen der Dschihadisten im Osten der Stadt getroffen. Die Gefechte zwischen kurdischen Kämpfern und den sunnitischen IS-Extremisten gingen den Angaben zufolge mit unverminderter Heftigkeit weiter. Idris Nassan, Vize-Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, sagte, dass kurdische Kämpfer dank der Luftschläge einen strategisch wichtigen Hügel sieben Kilometer von der Grenzstadt entfernt zurückerobern konnten. Am Dienstag hatten die IS-Kämpfer allerdings das Zentrum von Kobane erstürmt - inwiefern da die Eroberung eines Hügels vor den Toren der Stadt militärisch bedeutsam ist, bleibt unklar. 

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Diesen Hügel eroberten die Kurden zurück.

(Foto: dpa)

Im Kampf gegen IS rief Frankreichs Präsident François Hollande die Türkei auf, ihre Grenze zur kurdischen Stadt Kobane in Nordsyrien zu öffnen. "Die Türkei muss unbedingt ihre Grenze öffnen", damit den "syrischen Kurden" in Kobane geholfen werden könne, sagte Hollande. Die Türkei weigert sich bisher, die Lieferung von Waffen oder das Nachrücken kurdischer Kämpfer nach Kobane zuzulassen. Hollande nannte Kobane eine "Märtyrer-Stadt, eine symbolische Stadt".

Im Norden des Iraks kommt zudem eine neue große Flüchtlingswelle ins Rollen. Die Angriffe des Islamischen Staates auf die Stadt Hit trieb die Zahl der Flüchtlinge im Irak dramatisch nach oben. Nach Schätzungen des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) haben allein über das Wochenende 180.000 Menschen die rund 180 Kilometer von Bagdad entfernte Stadt verlassen und Zuflucht an anderen Orten in der Provinz Anbar gesucht. Bis vor kurzem habe Hit noch als sicherer Ort gegolten. Mehr als 100.000 Flüchtlinge aus anderen Teilen der Provinz hätten dort daher Schutz gesucht, erklärte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming in Genf. Der Massenexodus von Hit sei bereits die vierte große Flüchtlingswelle im Irak innerhalb von weniger als einem Jahr.

Flüchtlinge aus Kobane ziehen weiter

Auch um Kobane sei die Situation weiter angespannt. Eine wachsende Zahl von Menschen, die zunächst im türkischen Grenzgebiet Zuflucht gesucht habe, sei mittlerweile in die nordirakische Kurdenregion Dohuk weitergezogen. Bislang seien dort 5400 Menschen aus Kobane untergekommen, in den kommenden Tagen werde diese Zahl noch einmal um 10.000 bis 15.000 steigen. Als Gründe geben die syrischen Flüchtlinge unter anderem an, dass es in der Türkei Spannungen gebe, die Lebenshaltungskosten zu hoch und die Hilfe unzureichend seien.

Im Bürgerkriegsland Syrien flogen derweil auch Kampfflugzeuge der Regierung von Präsident Baschar al-Assad massive Angriffe auf oppositionelle Kämpfer. Innerhalb von 24 Stunden zählten die Menschenrechtsbeobachter landesweit rund 100 solcher Luftschläge.

Aufseiten des Islamischen Staates (IS) kämpfen auch viele Deutsche. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, sind die meisten deutschen Kämpfer jünger als 30 Jahre. Das Blatt berief sich auf Unterlagen deutscher Sicherheitsbehörden, in denen die Daten von 380 Dschihadisten ausgewertet sind. Die meisten sind demnach 15 bis 30 Jahre alt - ihr Anteil beträgt 65 Prozent. Wie es weiter hieß, sind 89 Prozent der deutschen Kämpfer Männer und elf Prozent Frauen.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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