Politik

Weiter Streit um Hambacher Forst Kohlegegner errichten neues Protestcamp

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Am Hambacher Forst bauen Umweltschützer ein neues Protestcamp auf.

(Foto: dpa)

Im Ringen um die Zukunft des Hambacher Forsts macht ein Protestbündnis früher als genehmigt gegen die Kohleindustrie mobil. Die Aktivisten nennen dafür pragmatische Gründe. Derweil solidarisieren sich Dutzende Promis mit den Umweltschützern.

Ohne eine Gerichtsentscheidung zum Standort abzuwarten, hat das Aktionsbündnis Ende Gelände mit dem Aufbau eines Protestcamps gegen den Braunkohleabbau am Hambacher Forst begonnen. Der Standort ist umstritten: Die Polizei hatte verfügt, dass das Protestcamp etwas weiter entfernt vom Wald in Jülich-Mersch errichtet werden solle. Dabei hatte sich die Behörde auf den Naturschutz berufen.

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Promis wie der Schauspieler Benno Fürmann haben im Hambacher Forst eine Baumpatenschaft übernommen.

(Foto: imago/epd)

Die Aktivisten wollen dagegen mit ihrem Camp näher an das strittige Gebiet. Beim Verwaltungsgericht Aachen liegt dazu noch ein Eilantrag der Kohlegegner. Grundsätzlich ist das Protestcamp vom 25. bis 29. Oktober genehmigt.

Da eine Woche Zeit für den Aufbau eingeplant sei, habe man jetzt "aus logistischen Gründen" auch ohne Gerichtsentscheid mit dem Aufbau begonnen, teilte das Bündnis mit. "Wir müssen sicherstellen, dass das Camp strukturiert abläuft und nicht Tausende Menschen irgendwo ihre Zelte aufschlagen", begründete Sprecherin Karolina Drzewo das Vorgehen. Der Protest gegen die klimaschädliche Kohle müsse in der Nähe des Abbaugebiets stattfinden können.

Promis übernehmen Baumpatenschaften

Unterdessen haben mehr als 60 Prominente symbolische Baumpatenschaften im Hambacher Forst übernommen. Bekannte Personen des öffentlichen Lebens wie Schauspieler Benno Fürmann und die Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Monika Hauser, setzen sich damit für den Kohleausstieg ein. Die Klima-Allianz Deutschland hängte nach eigenen Angaben Foto-Porträts der Prominenten etwa aus Film, Fernsehen, Musik und Kultur an Bäumen in dem Forst auf. Der verbliebene Wald soll größtenteils für die Braunkohle gerodet werden.

Das Klimabündnis mit 115 Mitgliedsorganisationen zitierte Fürmann in einer Mitteilung: "Deutschland muss beim Klimaschutz endlich wieder vorankommen. Der Klimawandel stellt bereits jetzt eine große Belastung dar - insbesondere für die ärmsten Menschen im globalen Süden." Zu den Baumpaten gehören unter anderem auch die Regisseurin Doris Dörrie, der Meteorologe Karsten Schwanke und die Fernsehköchin Sarah Wiener. Die Prominenten fordern den Angaben nach mit der Aktion, das uralte Waldgebiet dauerhaft unter Schutz zu stellen.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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