Politik

Gabriel, Schulz oder Scholz? Kraft weiß, wer SPD-Kanzlerkandidat wird

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Hannelore Kraft: "Ich weiß, wer es wird, aber ich sage es Ihnen nicht."

(Foto: dpa)

Die Ministerpräsidentin von NRW macht es spannend: Die K-Frage innerhalb der SPD sei geklärt, teilt Hannelore Kraft mit. Ein Mitgliederentscheid innerhalb der Partei scheint damit ausgeschlossen. Wen Kraft sich wünscht, scheint zudem klar.

Die Entscheidung über den SPD-Kanzlerkandidaten ist gefallen - behauptet jedenfalls Hannelore Kraft. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin und SPD-Bundesvize sagte nach einem Bericht der Zeitung "Rheinische Post": "Ich weiß, wer es wird, aber ich sage es Ihnen nicht."

Dabei hatte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley gerade noch die Möglichkeit eines Mitgliederentscheids über die Frage der Kanzlerkandidatur in Spiel gebracht. "Wenn wir mehrere Kandidierende haben, die sich zur Wahl stellen, dann werden wir eine Urwahl durchführen", sagte sie.

Zwar verlautete umgehend aus SPD-Führungskreisen, es werde aller Voraussicht nach keinen Mitgliederentscheid geben. Der beschlossene Zeitplan habe aber Bestand: Ende Januar soll bei einer Vorstandsklausur der Kanzlerkandidat präsentiert werden. Kraft hatte sich vor zwei Wochen im "Tagesspiegel" bereits für Parteichef Sigmar Gabriel in der K-Frage ausgesprochen.

FDP-Chef spricht von möglicher "Wichtigtuerei"

Im Mai nächsten Jahres wird in NRW gewählt. Kraft, die Regierungschefin in Düsseldorf bleiben will, dringt seit längerem auf eine Entscheidung bei der Kandidatenkür. Sie will Klarheit haben, bevor der Wahlkampf an Rhein und Ruhr richtig losgeht.

Gabriel hat als Vorsitzender das erste Zugriffsrecht. Auch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der in die Bundespolitik wechselt, werden Ambitionen auf eine Kandidatur nachgesagt. Als Dritten im Bunde rief Gabriel zuletzt den Hamburger Regierungschef Olaf Scholz auf.

FDP-Chef Christian Lindner kritisiert das Agieren von Kraft bei der Kanzlerkandidatenkür der SPD. "Entweder ist die Aussage von Frau Kraft nur Wichtigtuerei oder die SPD führt die deutsche Öffentlichkeit an der Nase herum", sagte Lindner. Lindner forderte SPD-Chef Sigmar Gabriel auf, die Karten auf den Tisch zu legen: "Jetzt sollte rasch Klarheit geschaffen werden. Es ist keine Zeit für Spielereien."

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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