Politik

Soll Moria-Blockade aufgeben Kühnert fordert Seehofers Rücktritt

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Will, dass Innenminister Horst Seehofer zurücktritt: Kevin Kühnert.

(Foto: imago images/Rüdiger Wölk)

Kevin Kühnert und Innenminister Horst Seehofer werden keine Freunde mehr: Der SPD-Vize-Chef verlangt von Seehofer nun den Rücktritt, sollte er nicht endlich praktikable Vorschläge zur Aufnahme von Geflüchteten aus Moria machen.

SPD-Vize-Chef und Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert hat CSU-Innenminister Horst Seehofer zum Rücktritt aufgefordert, sollte dieser seine Haltung in der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria nicht ändern.

Kühnert sagte der "Rheinischen Post", dass die SPD der Union "nun 48 Stunden Zeit gegeben" habe, "um sich endlich zu besinnen und zu praktikablen Vorschlägen zur Beendigung des Elends zu kommen". Von Seehofer forderte er, dieser müsse endlich seine Blockade aufgeben und die Hilfe derer zulassen, die helfen wollten und könnten. "Andernfalls sollte er sein Amt an jemanden abtreten, der bereit ist, es verantwortungsvoll im Sinne Not leidender Menschen auszufüllen."

"Wer jetzt noch blockiert, handelt mit Vorsatz"

Mit Blick auf die Zustände in zahlreichen europäischen Flüchtlingscamps sprach Kühnert von einer "Schande für alle Europäer". Nach der erneuten Verschärfung der Situation gelte daher dringender denn je: "Wer noch länger wagt wegzusehen, lädt Schuld auf sich."

Kühnert hatte in den vergangenen Tagen schon mehrmals Seehofer ins Visier genommen. Direkt nach dem Brand im Flüchtlingscamp Moria hatte er eine Aufnahme von mehr Menschen als der zunächst von Seehofer vorgeschlagenen bis zu 150 Geflüchteten gefordert. "Wer jetzt noch blockiert, handelt mit Vorsatz", schrieb er bei Twitter. In ganz Europa hätten sich Hunderte Kommunen und auch Bundesländer in Deutschland bereit erklärt, den Menschen zu helfen.

Nachdem Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus Söder auf Twitter verkündet hatte, dass sein Bundesland sich definitiv an einer Aufnahme von Geflüchteten beteiligen würde, sollte die Bundesregierung sich dafür entscheiden, hatte Kühnert auf den Tweet reagiert: "Leider ist Herr Seehofer nicht mehr auf Twitter. Bitte rufen Sie ihn an. Es drängt."

Quelle: ntv.de, dbe/dpa