Politik

Modellrechnungen zeigen Bedarf Kurzarbeit drückt BA wohl tief ins Minus

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Das Loch in den Kassen der Arbeitsagenturen könnte bis zu 31 Milliarden Euro groß sein.

(Foto: imago images/Steinach)

Die Bundesregierung versucht, die Folgen der Corona-Krise für die Arbeitnehmer zu mildern. Doch Kurzarbeit und verlängerte andere Hilfen Kosten Geld. Die zuständige Behörde schließt einen zweistelligen zusätzlichen Milliardenbedarf nicht mehr aus - trotz gut gefüllter Kassen.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) könnte durch die Virus-Krise trotz hoher Rücklagen Darlehen des Bundes von über 15 Milliarden Euro benötigen. Dies geht aus Beispielrechnungen hervor, die dem Verwaltungsrat der Behörde präsentiert wurden. In einem Rechenbeispiel mit 2,6 Millionen Kurzarbeitern und 8 Millionen in der Spitze würde in der Kasse der BA demnach ein Loch von 31,2 Milliarden Euro klaffen.

Davon könnten in diesem Jahr nur knapp 25,8 Milliarden Euro aus der Rücklage ausgeglichen werden. Für 2020 wäre daher ein Bundesdarlehen von 5,3 Milliarden Euro nötig. Auch 2021 wäre die BA noch auf Bundeshilfe angewiesen: Das Darlehen betrüge dann zusätzliche 10,3 Milliarden Euro.

Ein Sprecher der Bundesagentur wolle die Zahlen nicht kommentieren. Es handele sich nur um Rechenbeispiele. Die tatsächliche Entwicklung der Lage bleibe abzuwarten. Die BA legte dem Verwaltungsrat aus Arbeitgebern, Gewerkschaften und öffentlicher Hand drei aktualisierte Szenarien vor. Darin werden auch die Kosten der jüngsten Koalitionsbeschlüsse für ein höheres Kurzarbeitergeld und eine längere Zahldauer des Arbeitslosengeldes I berücksichtigt.

Die stufenweise Erhöhung des Kurzarbeitergeldes schlägt demnach mit 600 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro zu Buche. Ein um drei Monate verlängertes Arbeitslosengeld für zwischen Mai und Dezember auslaufende Ansprüche koste etwa 1,4 Milliarden Euro.

Die BA rechnete auch Szenarien durch mit 1,1 Millionen und 1,5 Millionen Kurzarbeitern. Die Behörde versah die Berechnungen nicht mit einer Einschätzung, welche Entwicklung sie für wahrscheinlich hält. Das IAB-Forschungsinstitut der BA legte derweil einen neuen Arbeitsmarktausblick vor, in dem die Forscher 2,5 Millionen Kurzarbeiter im Durchschnitt erwarten. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hatte jüngst anhand von Hochrechnungen die aktuelle Zahl der Kurzarbeiter bereits mit rund vier Millionen beziffert.

Quelle: ntv.de, jwu/rts