Politik

Privataudienz im Vatikan Laschet lädt Papst in sein Bundesland ein

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat Papst Franziskus zu einer Privataudienz im Vatikan getroffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

NRW-Ministerpräsident Laschet nutzt seine Privataudienz mit dem Papst, um eine Einladung nach Deutschland auszusprechen. Er erhoffe sich von dem Besuch des Kirchenoberhauptes einen "spirituellen Impuls". Währenddessen übt der Christdemokrat auch indirekte Kritik an US-Präsident Trump.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat Papst Franziskus für das kommende Jahr zu einem Besuch in seinem Bundesland eingeladen. "Unsere Gesellschaften im Norden, die auch vom Zerbrechen bedroht sind, brauchen nicht so sehr finanziell Solidarität", sagte der CDU-Politiker nach einer Privataudienz im Vatikan. "Aber sie brauchen den spirituellen Impuls eines Mannes, der auch Menschen zusammenführen kann."

Das Zusammenführen sei in einer Welt, in der viele "Mein Land first" argumentierten, ein ganz besonders wichtiger Impuls, den die Kirche geben könne, so Laschet. Der Satz kann als Verweis auf US-Präsident Donald Trump verstanden werden, dessen Außenminister Mike Pompeo zeitgleich mit Laschet im Vatikan war. Auf die Frage nach einem Treffen mit dem US-Außenminister sagte Laschet, Pompeo sei ihm "nicht über den Weg gelaufen". Man habe im Vatikan die Wege so organisiert, dass sich beide nicht begegnet seien. "Das ist auch, glaube ich, diplomatisches vatikanisches Protokoll."

Papst Franziskus hatte Pompeo eine Privataudienz verwehrt, obwohl dieser darum gebeten hatte. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin begründete dies damit, dass der Papst keine Persönlichkeiten empfangen wolle, die voll im Wahlkampfgeschehen stünden.

Papst mit großem Interesse an deutscher Politik

Laschet bewirbt sich für den CDU-Bundesvorsitz und gilt als möglicher Kanzlerkandidat der Union. Auch der Papst verfolge die Entwicklung in Deutschland mit großem Interesse, so der NRW-Ministerpräsident. Franziskus habe eine große Wertschätzung für Kanzlerin Angela Merkel, von der er Grüße überbracht habe. Auf die Frage, ob der Papst über seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz informiert sei, sagte Laschet nur: "Der Papst weiß vieles. Mehr als wir glauben."

Der Ministerpräsident sieht unterschiedliche Anlässe für einen Besuch des Papstes in NRW. So werde in Aachen alle sieben Jahre die Heiligtumfahrt begangen, die 1349 aus einem alten Pestgelübde entstanden sei. Dazu seien im Mittelalter Pilger aus ganz Europa gekommen. 1937 sei ein besonderer Anlass gewesen, als eine Million Menschen in einem stillen Protest gegen den Nationalsozialismus in der Stadt gewesen seien. Auch das Gedenken an 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland könne Anlass für einen Besuch sein.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa