Politik

Laute Kritik aus SpanienIsraels massive Libanon-Angriffe sorgen für viel Unmut

09.04.2026, 11:21 Uhr
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Mehr als 180 Menschen sterben libanesischen Angaben zufolge bei den israelischen Angriffen. (Foto: REUTERS)

Kurz nach Beginn der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA startet Israel eine neue Angriffswelle im Libanon. Mehrere Staaten verfolgen die Entwicklungen mit Unmut: Spanien wirft der Netanjahu-Regierung etwa die Verletzung des Völkerrechts vor.

Mehrere Staaten haben die massiven israelischen Angriffe im Libanon verurteilt - darunter auch die Bundesregierung. "Diese Waffenruhe verliert ihre Glaubwürdigkeit, wenn der Libanon weiter unter Beschuss steht", sagte Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, die in ihrer Erklärung zu dem Thema auf die verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung hinwies. Die SPD-Politikerin äußerte sich dabei umfassender zum Libanon als Kanzler Friedrich Merz bisher.

Kritik gab es auch aus anderen Ländern. Die britische Außenministerin Yvette Cooper äußerte sich beunruhigt. "Ich bin zutiefst besorgt über die eskalierenden Angriffe, die wir gestern von Israel im Libanon gesehen haben", sagte Cooper dem Sender Sky. "Wir haben die humanitären Folgen gesehen, die massive Vertreibung von Menschen im Libanon", fügte sie hinzu. Daher müsse die Waffenruhe auch auf den Libanon ausgeweitet werden, forderte die Außenministerin.

Auch Spanien kritisierte die massiven Angriffe des israelischen Militärs scharf. Außenminister Jose Manuel Albares warf Israel vor, mit den Luftangriffen gegen internationales Recht und die Waffenruhe im Nahen Osten zu verstoßen. "Gestern haben wir gesehen, wie Israel unter Missachtung der Waffenruhe und unter Verletzung des Völkerrechts Hunderte von Bomben auf den Libanon abgeworfen hat", sagte Albares im Parlament.

Spanien ist unter den westlichen Staaten einer der schärfsten Kritiker des Vorgehens der USA und Israels im Iran und im Libanon. Die Regierung in Madrid hat ihren Luftraum für alle am Krieg beteiligten Flugzeuge gesperrt und den Konflikt als rücksichtslos und illegal bezeichnet. Auch Frankreich hatte die israelischen Angriffe auf den Libanon scharf kritisiert.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Israel für dessen Angriffe im Libanon kritisiert. "Die israelischen Aktionen belasten den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran schwer", erklärte Kallas auf X. Die Waffenruhe mit dem Iran solle "auf den Libanon ausgeweitet werden", forderte die EU-Außenbeauftragte.

Massive Angriffe

China forderte Israel indes zur Zurückhaltung auf. Die Volksrepublik rufe die jeweiligen Seiten auf, ruhig zu bleiben und zum Abkühlen der Lage in der Region beizutragen, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking. Die Souveränität und Sicherheit des Libanons dürfe nicht verletzt werden, erklärte sie weiter.

Angesprochen auf die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran sagte Mao, China hoffe, dass alle Seiten die Gelegenheit nutzten, um zu einer Waffenruhe zu gelangen, und den Krieg über diplomatische Kanäle beendeten. China wolle sich weiter bemühen, die Lage zu entspannen.

Israels massiver Angriff auf Ziele im Libanon hatte gestern nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mehr als 180 Menschen getötet und rund 900 weitere verletzt. Israels Militär hatte das Vorgehen damit begründet, Kommandeure und militärische Infrastruktur der Hisbollah ins Visier genommen zu haben.

Quelle: ntv.de, ses/rts/AFP/dpa

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