Politik

"Werden wir hier nicht haben" Lauterbach schließt Lockdown vor Weihnachten aus

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Einen Lockdown vor Weihnachten soll es laut Minister Lauterbach nicht geben.

(Foto: dpa)

Angesichts des Lockdowns in den Niederlanden werden entsprechende Forderungen auch in Deutschland laut. Doch Gesundheitsminister Lauterbach wiegelt ab: Vor Weihnachten werde es diesen nicht geben. Sicher ist er sich aber, dass eine Omikron-Welle nicht mehr zu verhindern sein wird.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schließt einen Lockdown in Deutschland noch vor Weihnachten aus. "Nein, einen Lockdown wie in den Niederlanden vor Weihnachten - den werden wir hier nicht haben", sagte der SPD-Politiker in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Zugleich machte er klar, dass sich eine weitere Virus-Welle nicht mehr verhindern lasse. "Die Omikron-Welle kommt", sagte er mit Blick auf die sich schnell ausbreitende Coronavirus-Variante. Sie lasse sich "nicht mehr aufhalten".

"Wir haben jetzt eine kritische Zahl von Omikron-Infizierten überschritten", sagte Lauterbach weiter. Die Politik müsse nun der unvermeidlichen Ansteckungswelle "begegnen". Lauterbach sagte: "Eine ganz zentrale Botschaft ist die, dass wir mit einer Booster-Kampagne tatsächlich diejenigen schützen können, die sonst besonders gefährdet wären." Der Minister kündigte an, Ergebnisse des neuen Expertenrats der Bundesregierung werde es noch im Laufes des Tages geben, es handle sich um "sehr relevante" Empfehlungen zu Omikron. "Auf der Grundlage wird dann diskutiert", sagte der Minister.

In mehreren europäischen Ländern breitet sich die Corona-Mutante rasant aus. Die Niederlande beschlossen daher gestern einen Lockdown, der seit heute Morgen 5 Uhr gilt. Fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure sind geschlossen, ausgenommen sind etwa Supermärkte und Apotheken. Auch Dänemark verschärft wieder seine Maßnahmen.

Großbritannien wird zudem ab Montag als Virusvariantengebiet eingestuft, damit treten Reiseeinschränkungen in Kraft. Lauterbach nannte das einen wichtigen Schritt nach vorne. Er sprach sich für weitergehende Regeln aus: "Ich persönlich fände es besser, wenn auch noch bei Ankunft ein weiterer PCR-Test notwendig wäre, um absolut sicher zu sein."

Schutz kritischer Infrastruktur wird geprüft

Mit Blick auf die ansteckendere Omikron-Variante und mögliche flächendeckende Arbeitsausfälle im ganzen Land und bei Berufsgruppen wie Polizisten und Feuerwehrleuten, sagte der Minister: "Wir prüfen tatsächlich, wie wir die sogenannte kritische Infrastruktur schützen können, wenn es zu einer solchen Entwicklung käme. Ich hoffe, dass das nicht der Fall sein wird. Wir tun alles, was wir können, um dies zu verhindern, aber wir müssen vorbereitet sein." Daran arbeite er zusammen mit dem Leiter des Krisenstabs, Generalmajor Carsten Breuer. Es gebe vorbereitete Krisenpläne vom Robert-Koch-Institut, vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, die derzeit zusammengetragen würden.

Gesundheitspolitiker aus Koalition und Opposition brachten auch neue Lockdown-Maßnahmen in Deutschland ins Gespräch, die möglicherweise noch vor Weihnachten beschlossen werden sollten. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst forderte etwa eine gemeinsame Omikron-Strategie von Bund und Ländern.

Lauterbach bekräftigte derweil mit Blick auf die aktuelle Lage sein Plädoyer für eine allgemeine Impfpflicht. Nur so lasse sich das Coronavirus auf längere Sicht kontrollieren. "Ich glaube, dass wir es bewältigen können, wenn wir mit der Impfpflicht Impflücken schließen", sagte er. "Die Varianten, die jetzt kommen, die sind so ansteckend, dass man sich Impflücken, die bei freiwilliger Impfung übrigbleiben, nicht leisten kann."

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa

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