Politik

Neuer Name für Front National Le Pen setzt auf "Rassemblement National"

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Marine Le Pen will ihre Partei bei der Europawahl im kommenden Jahr wieder zur stärksten Kraft in Frankreich machen.

(Foto: AP)

Marine Le Pen will ihre Front National von ihrem anti-semitischen Vater befreien und für neue Bündnisse öffnen. Dabei helfen soll der neue Name "Rassemblement National". Das bedeutet "Nationale Vereinigung", hat aber auch einen militärischen Anklang.

Die französische Front National (FN) soll künftig "Rassemblement National" (in etwa: "Nationale Vereinigung") heißen. Diesen Namen schlug die wiedergewählte Vorsitzende Marine Le Pen auf dem Parteitag im nordfranzösischen Lille vor. Damit werde der Anspruch ausgedrückt, "Regierungspartei" werden zu können, sagte sie in ihrer rund 75-minütigen Rede. Der neue Name sei ein "Aufruf zur Sammlung" an alle Patrioten. Er drücke die "nationale Einheit und nationale Solidarität" aus und damit Hoffnung für das "zersplitterte Land".

Le Pen will die Umbenennung noch in einer schriftlichen Umfrage von der Basis bestätigen lassen. Der neue Name hat auch einen militärischen Anklang und bedeutet in diesem Kontext so viel wie "Aufmarsch". Beobachter mutmaßen, dass Le Pen damit die Anhänger des alten Namens zufriedenstellen will. Vor dem Parteitag hatten sich nach FN-Angaben 52 Prozent der Mitglieder grundsätzlich für einen Namenswechsel ausgesprochen.

Mit der Umbenennung will Le Pen die "Entdämonisierung" ihrer Partei vorantreiben und sie mit Blick auf die Europawahl im kommenden Jahr für neue Bündnisse öffnen, etwa mit dem bürgerlichen Lager. Bisher zeigen sich Frankreichs Konservative allerdings sehr zurückhaltend.

Einstimmige Bestätigung Le Pens

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Als Überraschungsgast hatte Marine Le Pen den früheren Chefstrategen von US-Präsident Trump nach Lille eingeladen: Steve Bannon. Er warb in seiner Rede für eine weltweite, ultrarechte Bewegung.

(Foto: AP)

Zehn Monate nach ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl gegen den Sozialliberalen Emmanuel Macron verordnet Marine Le Pen ihrer Partei damit einen Neustart. Sie ließ sich auf dem Parteitag "einstimmig" als Vorsitzende wiederwählen, das Amt hatte sie 2011 von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen übernommen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht, die schriftliche Wahl wurde zudem nicht notariell beglaubigt.

"Krempeln wir die Ärmel hoch, wir machen uns erneut daran, den Sieg zu erringen", rief Le Pen ihren Anhängern in Lille zu. Die rund 1500 Teilnehmer des "Parteitags für eine neue Front" dankten ihr mit Standing Ovations.

Mit ihrer Wiederwahl fegt die frühere Anwältin monatelange Spekulationen beiseite, sie sei nach ihrer Wahlniederlage gegen den Sozialliberalen Emmanuel Macron vor zehn Monaten nicht mehr für die Parteispitze geeignet.

Bruch mit dem Vater

Die Teilnehmer besiegelten zudem Marine Le Pens Wunsch nach einem endgültigen Bruch mit ihrem Vater Jean-Marie Le Pen. Fast 80 Prozent der Teilnehmer stimmten für neue Statuten, mit denen das Amt des Ehrenvorsitzenden abgeschafft wird, das er zuletzt noch innehatte.

Marine Le Pen hatte ihren Vater 2015 aus der Front National ausgeschlossen, die er 1972 gegründet hatte und der er fast vier Jahrzehnte vorstand. Grund waren wiederholte rechtsextreme Ausfälle - allen voran seine Aussage, die Gaskammern der Nazis seien ein "Detail" der Geschichte des Zweiten Weltkriegs.

Bereits am Samstag hatten die FN-Mitglieder den EU- und fremdenfeindlichen Kurs von Marine Le Pen bestätigt. Sie sprachen sich mit großer Mehrheit für ein Referendum für einen EU-Austritt nach britischem Vorbild aus, für einen Abschied vom Euro und für eine Grenzschließung. Rund 98 Prozent befürworten zudem Le Pens Plan, "die Einwanderung drastisch zu begrenzen".

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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